Extrahieren
 
Bei der Extraktion wird ein Stoff aus einer Flüssigkeit, aus einem Feststoff oder aus einem Gas mit einem Lösungsmittel abgetrennt. Das Lösungsmittel wird auch Extraktionsmittel genannt und ist geeignet, wenn es den zu extrahierenden Stoff löst, die anderen Bestandteile jedoch nicht. Das Gemisch aus extrahiertem Stoff und Lösungsmittel heißt Extrakt, der verbleibende Rückstand nennt man Raffinat.
 
 
Beim Digerieren wird ein Stoff mit einer Flüssigkeit intensiv z.B. durch Rühren vermischt. Man wartet, bis sich die unlöslichen Komponenten am Boden abgesetzt haben und dekantiert dann die Flüssigkeit mit dem extrahierten Stoff ab.
 
Beim Ausschütteln, bzw. bei der Flüssig-Flüssig-Extraktion, gibt man zu einer bereits bestehenden Lösung oder zu einer Emulsion, z.B. Milch, ein Lösungsmittel wie Benzin, das sich nicht mit der ursprünglichen Lösung mischt. Gibt man Benzin zu Milch, schwimmt es zunächst aufgrund der niedrigeren Dichte auf der Milch. Nach kräftigem Schütteln ist ein Teil des Milchfetts in das Benzin übergegangen. Die Trennung der beiden Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Dichte erfolgt dann mit einem Scheidetrichter. Nach dem Abdampfen des fetthaltigen Benzins, z.B. auf einem Objektträger, bleibt ein Fettfleck übrig.
 
  
 
Beim Auslaugen wird mit Hilfe eines Lösungsmittels ein Feststoff aus einem Feststoffgemisch herausgeholt. Hat man ein Gemisch aus Sand und Kochsalz vorliegen, lässt sich das Kochsalz durch Zugabe von Wasser lösen, während sich der Sand am Boden absetzt. Das Verfahren wird vor allem bei der Gewinnung von Pflanzenfarbstoffen (>Versuchsbeschreibung) oder von Metallen aus Erzen angewandt.
 
Beim Auskochen erhitzt man z.B. leinölhaltige Leinsamen mit Benzin bis zum Sieden. Aufgrund der hohen Temperatur wird das Leinöl besser extrahiert als in dem kalten Lösungsmittel. Es löst sich im Benzin und kann durch Abdampfen des Benzins in reiner Form gewonnen werden (>Versuchsbeschreibung). Ein weiteres bekanntes Beispiel aus dem Alltag ist das Kochen von Tee.
 
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Eine im Labor sehr häufig verwendete Apparatur zur Extraktion fester Stoff ist der Extraktionsapparat nach Soxhlet. Das Lösungsmittel wird in den Rundkolben und das zu extrahierende Gemisch gut zerkleinert in die Extraktionshülse gegeben. Beim Erhitzen des Lösungsmittels im Rundkolben verdampft es, steigt in dem Seitenrohr nach oben und kondensiert im Rückflusskühler. Dabei tropft das kondensierte und noch heiße Lösungsmittel in die Extraktionshülse. Der Extrakt steigt bis zur maximalen Höhe des Heberohrs, durch das er dann in den Rundkolben wieder zurückfließt. Das Lösungsmittel verdampft erneut. Der Soxhletapparat ermöglicht eine kontinuierliche und sehr ergiebige Extraktion, die viele Stunden dauern kann.
 
 
Extraktionsapparatur nach Soxhlet
 
 
Bei der Extraktion von Gasen wird das zu extrahierende Gasgemisch durch eine mit einem Lösungsmittel gefüllte Gaswaschflasche geleitet. Leitet man beispielsweise Luft durch Natronlauge, wird das Kohlenstoffdioxid absorbiert (Näheres dazu unter >Trocknen und >Absorbieren).
 
 
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