Demonstrationen
mit flüssigem Stickstoff
Hinweis: Die Filme sind nur auf der
CD-ROM abspielbar
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Stoffe:
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flüssiger
Stickstoff (Linde AG), Kohlenstoffdioxid
(Laborgas), Rose, Banane |
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Geräte:
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kälteisolierende Schutzhandschuhe
aus Leder, gut schließende Schutzbrille, großes Dewargefäß
10 Liter (leihweise), kleines Dewargefäß unversilbert mit Splitterschutzauflage
(KGW), Tiegelzange, Luftballons,
Zigarette, Soßentopf, Becher, Schüssel (alle aus Metall), Vollgummiball,
Glastrichter, Stativ, Gummischlauch, evt. Glocke aus Blei, Schwefel in
Reagenzglas |
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Beim Arbeiten mit flüssigem
Stickstoff sind trockene Handschuhe aus Leder und eine gut schließende
Schutzbrille zu tragen. Die Räume müssen immer gut belüftet
werden. Weitere Hinweise finden Sie beim Umgang mit flüssigem
Stickstoff! |
Inhalt:
Bezugsquellen
Umgang mit flüssigem
Stickstoff
Demonstration 1: Schrumpfen
von Ballons
Demonstration 2: Aufglühen
einer Zigarette in flüssiger Luft
Demonstration 3: Leidenfrost-Phänomen
Demonstration 4: Veränderung
der Elastizität von Stoffen
Ergänzende Informationen
Literatur
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Stickstoff- und Sauerstoffreserve
bei Linde
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(nur auf CD-ROM)
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Bezugsquellen:
Informationen, wer bei Ihnen flüssigen
Stickstoff in der näheren Umgebung liefert, erhalten Sie bei der Linde
AG. Aufgrund des Gefahrenpotentials lässt man sich den flüssigen
Stickstoff am besten an die Schule liefern (ca. 10-25 Liter). Die Firmen
liefern den Stickstoff in einem großen Dewargefäß und
verleihen ein oben offenes und eimerförmiges Gefäß mit
größerem Inhalt zum Schrumpfen von Luftballons. Für die
anderen Demonstrationen wird ein kleineres, transparentes Dewar-Gefäß
benötigt. Die Firma KGW liefert
auf Sonderanfertigung ein unversilbertes Dewargefäß mit einer
transparenten Splitter-Schutzauflage. Dieses wurde bei den verfilmten Versuchen
hier eingesetzt. Ein gewöhnlicher Standzylinder könnte aufgrund
der tiefen Temperaturen zerspringen. Von Experimenten mit flüssiger
Luft oder mit flüssigem Sauerstoff ist abzuraten, da hierbei gefährliche
Explosionen auftreten können.
Umgang mit
flüssigem Stickstoff:
Stickstoff verflüssigt sich unterhalb
einer Temperatur von -195,82°C zu einer farblosen, bei Zimmertemperatur
dampfenden Flüssigkeit. Berührungen mit derartigen "tiefkalten"
Flüssigkeiten sind unbedingt zu vermeiden, da dabei schwere Erfrierungen
auftreten können. Folgende Schutzmaßnahmen sind einzuhalten:
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Die Hände werden mit kälteisolierenden
Handschuhen (z.B. aus trockenem Leder) und die Augen mit einer Schutzbrille
geschützt.
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In die Flüssigkeit darf nicht hineingefasst
werden.
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Aus einem Liter flüssigem Stickstoff
entstehen durch Verdampfen 691 Liter gasförmiger Stickstoff. Dieser
wirkt erstickend. Daher sind die Räume, in denen flüssiger Stickstoff
gelagert wird, gut zu lüften. Dies gilt auch für Fahrzeuge. Beim
Transport muss gewährleistet sein, dass die Flaschen nicht dicht verschlossen
sind und nicht umfallen können.
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Es dürfen nur Gläser mit flüssigem
Stickstoff befüllt werden, die kälteunempfindlich sind, z.B.
Dewar-Gefäße.
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Besorgen Sie sich auf jeden Fall die Merkblätter
zum Umgang mit flüssigen Gasen, sowie die Sicherheitshinweise bei
Sauerstoffmangel, Erfrierungen und zum Transport in Kraftfahrzeugen. Diese
sind bei der Linde AG erhältlich.
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Flüssiger Stickstoff sollte nicht längere
Zeit aufbewahrt werden, da allmählich Sauerstoff aus der Luft einkondensiert.
Dadurch bildet sich flüssige Luft, die explosionsgefährlich ist.
Lesen Sie auch: Sicherer
Umgang mit flüssigem Stickstoff in Hochschulen
Demonstration
1: Schrumpfen von Ballons
Ein offenes 10-Liter-Dewargefäß
wird mit 3 Liter flüssigem Stickstoff gefüllt (Achtung vor Spritzern!).
Dann bläst man mehrere Luftballons auf und wirft sie in das Gefäß.
Nach dem Schrumpfen der Ballons holt man sie mit einer Tiegelzange heraus
und legt sie auf einen Tisch. Der gleiche Versuch gelingt auch mit Luftballons,
die mit Kohlenstoffdioxid aus der Gasflasche aufgeblasen wurden.
Filme: Ballons in flüssigem
Stickstoff
Kamera: Erik Schilling
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Ballon mit Luft
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Ballon mit Luft
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Ballon mit CO2
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Ballon mit CO2
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Filme
nur auf CD-ROM vorhanden
Beobachtungen:
Die Ballons mit Luft schrumpfen unter
knisterndem Geräusch zusammen. Legt man sie auf den Tisch, gehen sie
laut knisternd wieder auf. Beim Ballon mit Kohlenstoffdioxid braucht es
wesentlich länger, bis er wieder ganz aufgeblasen ist. Erstaunlicherweise
erhalten die Ballons ihre volle Elastizität wieder zurück.
Aufgehen des mit
Luft gefüllten Ballons
(Diashow nur auf
CD-ROM)
Theorie:
Luft enthält zu 21% Sauerstoff und
zu 78% Stickstoff. Der Sauerstoff im Ballon kondensiert als erstes beim
Abkühlen auf -182,962°C, während der Stickstoff bei -195,82°C
flüssig wird. Man erhält im Ballon flüssige Luft, die beim
Erwärmen wieder verdampft. Bei einer Kohlenstoffdioxidfüllung
kann man deutlich fühlen, wie festes Trockeneis
entsteht. Kohlenstoffdioxid resublimiert zu festem Trockeneis, ohne vorher
flüssig zu werden. Das Aufgehen der Ballons geht wesentlich langsamer,
da die Sublimationstemperatur von Trockeneis bei -78,48°C liegt und
es deutlich unter seine Sublimationstemperatur abgekühlt wird. Dies
zeigt sich auch am Entstehen einer Eisschicht außerhalb des Ballons,
die durch Kondensation der umgebenden Luftfeuchtigkeit entsteht.
Variationen:
Füllt man einen leeren Ballon mit
flüssigem Stickstoff, bläht dieser sich allmählich auf und
zerplatzt, sobald sein maximales Volumen überschritten wird. Gasförmiger
Stickstoff nimmt das 691fache Volumen wie flüssiger Stickstoff ein.
Demonstration
2: Aufglühen einer Zigarette in flüssiger Luft
Ein kleiner Soßentopf aus Metall
wird fast waagerecht (mit leichter Neigung) an einem Stativ befestigt und
1cm hoch mit flüssigem Stickstoff gefüllt. Nach einer Weile hält
man an die unterhalb des Bodens entstehenden Tropfen eine brennende Zigarette.
Film: Zigarette und flüssige Luft
Kamera:
Erik Schilling
Film
nur auf CD-ROM vorhanden
Beobachtungen:
Der Topf beschlägt zunächst
außen mit Rauhreif, während sich am unteren Boden Tropfen einer
Flüssigkeit bilden. Hält man die brennende Zigarette in einen
solchen Tropfen, glüht sie hell auf.
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Am Boden des Topfes
bildet sich flüssiger Sauerstoff
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(nur auf CD-ROM)
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Theorie:
Der Rauhreif entsteht durch die Kondensation
von Luftfeuchtigkeit. Gleichzeitig kondensiert aber auch der Sauerstoffanteil
der Luft, da Sauerstoff (ca. -183°C) eine höhere Kondensationstemperatur
als Stickstoff (ca. -196°C) aufweist. Man erhält auf diese Weise
geringe Mengen an flüssigem Sauerstoff, der die Verbrennung der Zigarette
wesentlich beschleunigt.
Demonstration
3: Leidenfrost-Phänomen
Eine Schüssel
aus Metall wird mit zwei Liter heißem Wasser gefüllt. Dann gießt
man aus einem Dewargefäß etwas flüssigen Stickstoff auf
das Wasser.
Film: Leidenfrost-Phänomen
Kamera:
Erik Schilling
Film
nur auf CD-ROM vorhanden
Beobachtungen:
Auf der Wasseroberfläche
entsteht ein beeindruckender Nebel, der dann über das Gefäß
und schließlich über den ganzen Tisch hinweg wallt. Wenn man
Glück hat, entsteht auf dem Wasser ein kleiner runder Kuchen, der
sich dreht und sternförmig Nebelschwaden ausstößt.
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Nebelschwaden wallen
aus dem Gefäß
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(nur auf CD-ROM)
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Am Ende entsteht
ein kreisender Kuchen
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(nur auf CD-ROM)
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Theorie:
Zwischen der Wasseroberfläche
und dem flüssigen Stickstoff bildet sich eine Dampfschicht, die den
flüssigen Stickstoff aus dem Gefäß drückt, dabei werden
feinste Wassertröpfchen mitgerissen, die zu einem Nebel kondensieren.
Überlegen Sie sich selbst, wie der kreisende Kuchen am Ende entstehen
könnte!
Demonstration
4: Veränderung der Elastizität von Stoffen
Ein unversilbertes
Dewargefäß wird zur Hälfte mit flüssigem Stickstoff
gefüllt. Dann hält man eine Rose für eine Weile in den flüssigen
Stickstoff. Nach einer Minute nimmt man die Rose heraus und schlägt
sie auf den Tisch. In gleicher Weise verfährt man mit einem Vollgummiball
oder mit einer Banane.
Ein Glastrichter
wird an einem Stativ befestigt und mit einem 0,5 Meter langen Gummischlauch
verbunden. Dann lässt man langsam flüssigen Stickstoff durch
den Trichter und den Schlauch fließen, während man den Schlauch
gebogen hält.
Filme:
Eintauchen von Stoffen in flüssigen Stickstoff
Kamera:
Erik Schilling
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Rose
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Gummischlauch
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Vollgummiball
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Banane
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Filme nur auf CD-ROM
vorhanden
Beobachtungen:
Die Rose wird ganz steif und lässt
sich nach dem Kühlen in hunderte von kleinen Stücken zerschlagen.
Der Vollgummiball schwimmt zunächst auf dem flüssigen Stickstoff
und geht dann unter. Nach dem Herausnehmen hat er seine Elastizität
vollständig verloren. Ähnlich verhält es sich mit der Banane,
die in mehrere Teil zerbricht. Der Gummischlauch behält seine gebogene
Form für eine Weile und formt sich erst zurück, wenn er wieder
seine ursprüngliche Temperatur erhält.
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Rose in flüssigem
Stickstoff
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(nur auf CD-ROM)
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Theorie:
Die Demonstrationen sind gute Beispiele
dafür, wie die Stoffe bei Temperaturveränderungen ihre Elastizität
verändern. Hält man eine Glocke aus Blei in den flüssigen
Stickstoff, kann man danach mit ihr läuten. Andere Stoffe verändern
bei tiefen Temperaturen sogar ihre Farbe. Dies lässt sich zeigen,
wenn man Schwefel in einem Reagenzglas in den flüssigen Stickstoff
hält. Die Farbe des Schwefels wird dabei aufgehellt.
Ergänzende
Informationen:
Zur Herstellung von flüssigem Stickstoff
wird Luft zunächst auf 200 bar verdichtet und die entstehende Wärme
abgeführt. Durch schnelles Entspannen des unter Druck gesetzten Gases,
erniedrigt sich die Temperatur des Gases. Dieser Effekt wird auch als Joule-Thomson-Effekt
bezeichnet. Er wurde von James Prescott Joule (1818-1889) und von William
Thomson (1824-1907) entdeckt. Durch mehrmaliges Wiederholen des Vorgangs
- von Kompression und Entspannung - erhält man schließlich flüssige
Luft. Durch eine nachfolgende fraktionierte
Destillation lassen sich die Komponenten abtrennen: Bei -195,82°C
verdampft der Stickstoff, bei -182,962°C
der Sauerstoff. Auf diese Weise kann
man Edelgase wie Argon darstellen.
Flüssiger Stickstoff dient als Kältemittel
für Lebensmittel oder in der Medizin zum Schockgefrieren von Embryonen,
Gewebeteilen (bei Operationen), Blut, Antibiotika, Bakterienkulturen oder
Impfstoffen. Im chemischen Labor wird es neben Trockeneis
zum Kühlen eingesetzt.
Literatur: