Startseite
 
Haarfarbe
 
 
Die Gene bestimmen die Farbe des Haares. Der Melaningehalt bestimmt die individuelle Haarfarbe. Es gibt zwei verschiedene Typen von Melanin, die für die verschiedenen Farbvarianten des Haares verantwortlich sind.

Das Eumelanin ist das Schwarz-Braun-Pigment. Es entscheidet hauptsächlich über die Farbtiefe des Haares. In braunem und schwarzem Haar kommt es in deutlich erkennbaren Körnchen vor. Das Phaeomelanin ist das Rot-Pigment. Es ist verantwortlich für hellblonde, blonde und rote Haare. Dieses Melanin ist von seiner Struktur her sehr viel feiner und kleiner als das Eumelanin.

Durch das Mischungsverhältnis entstehen unterschiedliche Haarfarben. Aus verschiedenen Anteilen der Melanintypen entstehen diese verschiedenen Haarfarben:

- Blondes Haar enthält wenig Eumelanin und viel Phaeomelanin.
- Rotes Haar hat ebenfalls sehr wenig Eumelanin und viel Phaeomelanin
- Dunkles Haar enthält viel Eumelanin und wenig Phaeomelanin.

Alle dazwischenliegenden Haarschattierungen entstehen aus unterschiedlichen Mischungsverhältnissen der beiden Melanintypen.
 
 
Graue Haare

Das für die persönliche Haarfarbe verantwortliche Pigment Melanin wird in den Melanozyten gebildet. Für die Bildung des Melanins benötigen die Melanozyten Aminosäuren. Die Aminosäure Tyrosin ist notwendig für die Bildung von Eumelanin. Die Aminosäure Cystein wird zusätzlich nötig, wenn das Phaeomelanin für blonde und rötliche Haare entstehen soll. Das Enzym Tyrosinase wird mit zunehmendem Alter seltener gebildet. Das führt dann nach und nach zu grauen Haaren. Der Grund: Mit wenig Tyrosinase wird auch immer weniger Tyrosin gebildet. So nimmt auch die Produktion von Melanin ab. Das fehlende Melanin wird durch die Einlagerung von Luftbläschen ersetzt. Die Haare erscheinen grau!
 
Dieser Prozess ist in der Regel schleichend. Er beginnt an den Schläfen und weitet sich dann immer mehr aus. Danach erwischt es den Bart und die Augenbrauen. Zuletzt sind schließlich alle Haare am Körper grau.
 

Färben von Haaren

Schon früh färbten Frauen ihre Haare. Im Orient verwendeten sie Henna und Indigo. Die Römerinnen bleichten ihre Haare mit Kalk und färbten sie dann mit Buchsbaumholz gelb. In Nordeuropa färbten sie mit Efeu und Holunderbeeren, wodurch warme Brauntöne erzielt werden konnten. Heute werden die Pflanzenfarbstoffe von synthetischen Farbstoffen weitgehend verdrängt. Viele Frauen greifen jedoch wieder immer häufiger auf die natürlichen Farbstoffe zurück, da sie nur wenig allergische Reaktionen auslösen und die Haare nicht schädigen. Außerdem geben sie einen schönen natürlichen Glanz. Allerdings ist ihre Farbauswahl beschränkt.

Beim Färben mit Pflanzen-Farbstoffen werden die getrockneten Pflanzenextrakte mit heißem Wasser zu einem Brei verrührt und auf das Haar aufgetragen. Das Abdecken mit einer Folie und die Zuführung von Wärme verstärkt die Farbwirkung. Nach der Färbung wird der Brei ausgewaschen und die Kopfhaut shampooniert. Dies kann man selbst ausprobieren, z.B. mit Henna, grünen Walnussschalen, Rote Beete, Färberkamille, Krapp, Salbei, Curcuma, Rhabarberwurzel, Birkenschalen oder Zwiebelschalen.

Will jemand seine natürliche Haarfarbe verändern, stellt sich zunächst die Frage, ob die Farbe dauerhaft sein soll oder ob sie sich wieder herauswaschen lässt. Wenn man letzteres wählt, wird das Haar nicht dauerhaft verändert, sondern kann leicht wieder herausgewaschen werden. Beim Färben von Haaren wird die Farbe des Haares nur vorübergehend verändert, die natürlichen Farbpigmente werden im Gegensatz zur Blondierung nicht zerstört.

Beim Färben von Haaren ist zu unterscheiden: Fertigfarbstoffe färben das Haar an und sind Hauptbestandteile der Tönungen. Sie dringen in das Haar ein und haften an den Molekülen im Faserstamm oder der Schuppenschicht. Die echten (permanenten) Haarfarben bedienen sich der Oxidationsfärbung. Bei Zusatz eines Oxidationsmittels - z.B. Wasserstoffperoxid - verbinden sich Farbzwischenprodukte miteinander, wodurch der eigentliche Farbstoff entsteht. Ein bekannter Oxidations-Farbstoff im 19. Jahrhundert war das Pyrogallol, das mit Ammoniak unter Anwesenheit von Luft eine braune Verbindung bildet. Dies kann in einem Versuch gezeigt werden: Lösen wir in einem Reagenzglas eine Spatelspitze Pyrogallol in konzentrierter Ammoniaklösung entsteht nach dem Schütteln durch Einwirklung von Luftsauerstoff eine braune Lösung. Heute ist die Verwendung von Pyrogallol nicht mehr erlaubt. Es wird durch die Kopfhaut resorbiert und gilt als erbgutverändernd.

Tönungen können im Ergebnis höchst unterschiedlich ausfallen. Bei gesunden Haaren liegen die Schuppen an. Das Haar sieht geschmeidig und glatt aus. Ist die Schuppenschicht geschädigt, spreizen sich die Schuppen ab. Diese lassen mehr Farbpigmente in das Haar hinein und bewirken somit ein kräftigeres Ergebnis. Letztendlich aber wird bei jeder Haarwäsche ein Teil davon wieder herausgewaschen. Es erscheint nach und nach die natürliche Haarfarbe. Oft genügen eine oder mehrere Haarwäschen, um die Farbe wieder zu entfernen.

Für das Haar selbst ist der Vorgang unbedenklich, aber die synthetischen Farben leiten sich meist vom Anilin ab, das als krebserregend bekannt ist und in kosmetischen Mitteln nicht enthalten sein darf. Insbesondere die Vorbehandlung ist für das Haar schädlich: Das Haar muss mit Alkalien verquollen werden (meist mit Ammoniak), sonst können die Farbzwischenprodukte nicht ins Haarinnere eindringen. Außerdem wird das Haar vor allem durch das Oxidationsmittel - meist 5% Wasserstoffperoxid - geschädigt, da dieses die Haarsubstanz angreift.
 
Noch viel bedenklicher als die negativen Auswirkungen durch Wasserstoffperoxid auf das Haar sind die Nebenwirkungen, die von einigen der Farbzwischenprodukte bekannt geworden sind. Einige von ihnen sind stark allergieauslösend, krebserregend oder erbgutverändernd (z.B. Resorcin, Naphthol, Diaminophenole). Daher werden zunehmend Kollektionen auf der Basis von natürlichem Henna angeboten.
 
 

Aqua: Wasser 
Sodium Laureth Sulfate: Waschaktive Substanzen
PEG 3 Disterate: Emulgator 
Cocamindopropyl Betaine: Tenside 
Alkohol Denat.: Lösungsmittel/ Vergällter Alkohol 
Glyceryl Cocate: Emulgator 
Polyquaternium –10: Antistatikmittel/ Filmbildner 
Methylparaben: Konservierungsmittel 
Sodium Hydroxide: pH-Regulator 
Sodium Benzoate: Konservierungsmittel 
Propylparaben: Konservierungsmittel 
HC Red No. 10: Haarfarbstoff 
Tocopherol: Vitamin E / Antioxidationsmittel
Inhalt einer käuflichen Tönung
Im Gegensatz dazu: Hennapulver