Ist die Schuppenschicht (Cuticula) glatt und geschlossen, lässt sich das Haar gut frisieren und problemlos kämmen. Es besitzt Sprungkraft, ist elastisch und ist glänzend geschmeidig.
Durch äußere Einflüsse
wie z.B. Wärmeeinwirkung (Fönen), starke mechanische Belastung
(Kämmen, Frottieren) oder auch durch chemische Behandlungen wie z.
B. Oxidationshaarfarben und Dauerwelle, können
Haarschäden verursacht werden. Dabei wird die Schuppenschicht (Cuticula)
durch den chemischen Wirkstoff geöffnet, somit können die Wirkstoffe
in das Haar eindringen. Jedes kleine Hornblättchen der Schuppenschicht
steht dann etwas ab, und kann sich mit den Hornblättchen eines Nachbarhaares
verhaken und dadurch abgerissen werden. Im Extremfall ist die Cuticula
völlig zerstört: Die Faserschicht (Cortex) liegt frei, hat keinen
Halt und fällt auseinander - Spliss entsteht. Viele Leute, die lange
Haare haben, kämpfen mit diesem Problem. Meistens ist das untere Drittel
der Haare davon betroffen. Da hilft nur noch, das Haar abzuschneiden und
neu wachsen zu lassen.
Haarausfall
Neben einer genetischen Veranlagung und immunologischen Faktoren kann Haarausfall außerdem viele andere Ursachen haben. Manche medikamentöse Therapien, z.B bei der Behandlung von Krebs und Leukämie, können zum Verlust der Haare führen. Meistens bilden sich wieder Haare, wenn die Medikamente nicht mehr eingenommen werden.
Männer bekommen also nur bei entsprechender
Veranlagung eine Glatze. Obwohl auch vom Körper der Frau Androgene
erzeugt werden, kommt es normalerweise nicht zur Glatzenbildung wegen des
Übergewichts der weiblichen Hormone (Östrogene). Wenn aber die
erbliche Anlage dazu vorhanden ist, können sich die Haare am Oberkopf
lichten, und der Haaransatz tritt zurück. Treten diese Symptome aber
schon bei jüngeren Frauen auf, ist eine Störung im Hormonhaushalt
nicht auszuschließen.
Schuppenbildung und fettiges Haar
Fettiges Haar und Schuppenbildung gehören zu den häufigsten Haarproblemen der Friseurkunden. Sie sind auf Störungen der Talgdrüsentätigkeit und der Hautverhornung zurückzuführen. Bei der Überfunktion der Talgdrüsen spricht man von einer Seborrhö. Dies ist eine erbliche Veranlagung. Man unterscheidet zwei Formen:
Seborrhö sicca
Sie ist gekennzeichnet durch stärkere
Schuppenbildung wegen einer beschleunigten Hautverhornung, verbunden mit
einer Überproduktion der Talgdrüsen. Mit den Schüppchen
der verdickten Hornschicht, die den Talg zum Teil aufsaugt, werden große,
leicht zerreibbare Talgschüppchen gebildet. Die Kopfhaut sieht wachsartig-stumpf
aus und das Haar fettet nur am Ansatz nach. Besonders die Spitzen sind
trocken und spröde. Für schädliche Pilze und Bakterien bilden
die Schuppen einen idealen Nährboden.
Kopfhautschuppen kommen also bei fettiger
wie auch bei trockener Kopfhaut vor. Oft ist zu beobachten, dass die Schuppenbildung
jahreszeitlich schwankt: Im Sommer ist sie schwächer als im Herbst
und Winter. Die Behandlung erfolgt durch eine regelmäßige und
gründliche Kopfwäsche mit speziellem Schuppen-Shampoo.
Pilzinfektionen
Pilzerkrankungen der Kopfhaut sind sehr
ansteckend. Sie kommen aber wegen den verbesserten hygienischen Verhältnissen
immer weniger vor. Die Trichophytie (Scherpilzflechte) wird von Pilzen
hervorgerufen. Die befallene Kopfhaut ist gekennzeichnet durch kreisrunde,
schuppende und kahl wirkende Stellen, auf denen noch ungleich lange Haarstümpfe
zu erkennen sind. Die Kopfhaut kann deutlich gerötet sein.
Läuse
Läuse sind Parasiten der Haut, die sich gerne in dicht behaarten Bereichen aufhalten. Die weiblichen Läuse legen Eier ab, die in Kapseln an die Haare geklebt werden. Man nennt sie Nissen. Je nach Ort werden drei verschiedenen Arten von Läusen unterschieden:
Die Übertragung von Läusen hat weniger mit den hygienischen Verhältnissen zu tun. Sie gelangen von einem Menschen zum anderen, wenn sich z.B die Kopfhaare berühren. Auch ausgeliehene Kleidungsstücke können ein Übertragungsgrund sein.