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Aufbau eines Haares
 
 
Grafik: Sabrina Einhart und Nadja Rebholz
 
 
Bei den auch als Proteinen bezeichneten Eiweißen sind viele Aminosäuren zu einer spiralförmig aufgerollten Kette zusammengeschlossen. Umschlungene Ketten bilden die sogenannten Fasereiweiße. Zu diesen Eiweißen gehört auch das Keratin, das die Haare als Grundsubstanz aufbaut. Das Haar besteht aus drei unterschiedlichen Schichten:

a) Cuticula – Die Schuppenschicht

Die Cuticula ist die äußerste Schicht des Haares, sie umgibt und schützt das Haar vor äußeren Einflüssen. Sie besteht aus mehreren Lagen winziger Schutzschilder, die sich zu einer Barriere verbinden wie eine Rüstung. Liegen diese Schutzschilder alle flach aneinander, glänzt das Haar lebendig und natürlich. Wird das Haar geschädigt, stoßen die Schutzschilder gegeneinander und blättern ab.

b) Cortex – Der Faserstamm

Der Cortex liegt unterhalb der Cuticula. Diese Faserschicht besteht aus vielen, dünnen Zellsträngen, die zu einem dicken „Seil“ gebündelt sind. Sie verleiht dem Haar Stärke, Elastizität und Farbe. Die Farbe wird durch ein Pigment hervorgerufen, das jede einzelne Zelle enthält: das Melanin. Liegt die Cuticula perfekt an, ist der Cortex vor äußeren Einflüssen geschützt.

c) Medulla – Das Mark

Das Mark liegt direkt unter dem Cortex. Es variiert je nach Haardicke und ist nicht bei allen Menschen vorhanden. Das Mark wird auch als „Geheimnis“ bezeichnet, da sein genauer Zweck nicht bekannt ist. Man geht jedoch davon aus, dass seine faserige Struktur dem Haar einen gewissen Halt verleiht.
 
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Haares ist Talg, ein natürliches Fett, das von den Talgdrüsen produziert wird. Er umhüllt jedes einzelne Haar und schützt es vor Schädigungen. Wird zu viel Talg produziert, bekommt man fettiges Haar.

 
 
Grafik: J. Gleich, K. Schad, L. Strohm
 
 
Der Feinbau des Haares

Das Keratin des Haares enthält als Komponenten die 5 Atomsorten Kohlenstoff (C), Sauerstoff (O), Stickstoff (N), Wasserstoff (H) und Schwefel (S). Aus ihnen setzt sich die schwefelhaltige Aminosäure Cystein zusammen. Durch Peptidbildung entsteht daraus das Eiweiß (Keratin). Weil diese Keratinmoleküle schraubenförmig aufgedreht sind, werden sie Peptidspiralen genannt.

Das Haarkeratin baut sich also aus schraubenförmig gewundenen Eiweißmolekülen, den Peptidspiralen, auf. Die Peptidspiralen sind durch Doppelschwefelbrücken, Salzbrücken und Wasserstoffbrücken miteinander verbunden. Diese Brücken sind für die Eigenschaften der Haare von Bedeutung:
 

 
Molekülgitter der Haare
 

Die Wasserstoffbrücken
Sie sind mit verantwortlich für die Elastizität des Haares. Diese Brücken sind hauptsächlich Längsverbindungen innerhalb der Molekülgitter des Haares. Sie lösen sich durch den Einfluss von Wasser, so ist es möglich die Haare kurzzeitig zu locken: Man kann das feuchte Haar auf Lockenwickler drehen. Durch das Trocknen werden sie in dieser Form bis zur nächsten Haarwäsche fixiert.

Die Salzbrücken
Sie sind noch teilweise wasserlöslich und werden aber besonders von Säuren und Laugen gelockert. Beim Trocknen des Haares bilden sich die Salzbrücken neu. Diese Brücken sind hauptsächlich Querverbindungen innerhalb der Molekülgitter des Haares.

Die Doppelschwefelbrücken
Diese starken Brücken stellen recht stabile Querverbindungen zwischen den Peptidspiralen her. Bei einer Dauerwelle müssen auch diese stabilen Brücken teilweise gespalten werden. Dazu ist ein Reduktionsmittel nötig.
 
Ein paar Fakten zu den Eigenschaften des Haares