a) Cuticula – Die Schuppenschicht
Die Cuticula ist die äußerste Schicht des Haares, sie umgibt und schützt das Haar vor äußeren Einflüssen. Sie besteht aus mehreren Lagen winziger Schutzschilder, die sich zu einer Barriere verbinden wie eine Rüstung. Liegen diese Schutzschilder alle flach aneinander, glänzt das Haar lebendig und natürlich. Wird das Haar geschädigt, stoßen die Schutzschilder gegeneinander und blättern ab.
b) Cortex – Der Faserstamm
Der Cortex liegt unterhalb der Cuticula. Diese Faserschicht besteht aus vielen, dünnen Zellsträngen, die zu einem dicken „Seil“ gebündelt sind. Sie verleiht dem Haar Stärke, Elastizität und Farbe. Die Farbe wird durch ein Pigment hervorgerufen, das jede einzelne Zelle enthält: das Melanin. Liegt die Cuticula perfekt an, ist der Cortex vor äußeren Einflüssen geschützt.
c) Medulla – Das Mark
Das Mark liegt direkt unter dem Cortex.
Es variiert je nach Haardicke und ist nicht bei allen Menschen vorhanden.
Das Mark wird auch als „Geheimnis“ bezeichnet, da sein genauer Zweck nicht
bekannt ist. Man geht jedoch davon aus, dass seine faserige Struktur dem
Haar einen gewissen Halt verleiht.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des
Haares ist Talg, ein natürliches Fett, das von den Talgdrüsen
produziert wird. Er umhüllt jedes einzelne Haar und schützt es
vor Schädigungen. Wird zu viel Talg produziert, bekommt man fettiges
Haar.
Das Keratin des Haares enthält als Komponenten die 5 Atomsorten Kohlenstoff (C), Sauerstoff (O), Stickstoff (N), Wasserstoff (H) und Schwefel (S). Aus ihnen setzt sich die schwefelhaltige Aminosäure Cystein zusammen. Durch Peptidbildung entsteht daraus das Eiweiß (Keratin). Weil diese Keratinmoleküle schraubenförmig aufgedreht sind, werden sie Peptidspiralen genannt.
Das Haarkeratin baut sich also aus schraubenförmig
gewundenen Eiweißmolekülen, den Peptidspiralen, auf. Die Peptidspiralen
sind durch Doppelschwefelbrücken, Salzbrücken und Wasserstoffbrücken
miteinander verbunden. Diese Brücken sind für die Eigenschaften
der Haare von Bedeutung:
![]() |
![]() |
Die Wasserstoffbrücken
Sie sind mit verantwortlich für die
Elastizität des Haares. Diese Brücken sind hauptsächlich
Längsverbindungen innerhalb der Molekülgitter des Haares. Sie
lösen sich durch den Einfluss von Wasser, so ist es möglich die
Haare kurzzeitig zu locken: Man kann das feuchte Haar auf Lockenwickler
drehen. Durch das Trocknen werden sie in dieser Form bis zur nächsten
Haarwäsche fixiert.
Die Salzbrücken
Sie sind noch teilweise wasserlöslich
und werden aber besonders von Säuren und Laugen gelockert. Beim Trocknen
des Haares bilden sich die Salzbrücken neu. Diese Brücken sind
hauptsächlich Querverbindungen innerhalb der Molekülgitter des
Haares.
Die Doppelschwefelbrücken
Diese starken Brücken stellen recht
stabile Querverbindungen zwischen den Peptidspiralen her. Bei einer Dauerwelle
müssen auch diese stabilen Brücken teilweise gespalten werden.
Dazu ist ein Reduktionsmittel nötig.
Ein paar Fakten zu den Eigenschaften
des Haares