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Chemie und Ernährung
2. Gesund ernähren aber wie?
von Thomas Seilnacht
 
 
Die wichtigsten Bestandteile unserer Nahrung sind neben den Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen auch Wasser und Ballaststoffe. Wichtig ist vor allem aber eine ausgeglichene Ernährung: Eine zu geringe Aufnahme, z.B. beim Vitaminmangel, kann genauso wie ein übermäßige Aufnahme zu gesundheitlichen Schäden führen. In den Industrieländern leiden die meisten Menschen nicht an einem Mangel sondern an Überernährung.
 
2.1  Zuviel Fett und Kohlenhydrate führen zu Übergewicht
Bei einer übermäßigen Zufuhr von fett- und kohlenhydratreicher Nahrung speichert der Körper die zuviel zugeführte Energie in Form von Fettpolstern im Gewebe. Das dabei entstehende Übergewicht ist die Ursache zahlreicher Krankheiten wie Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Bandscheibenschäden.
 
2.2  Zuviel Fett erhöht den Blut-Cholesterinspiegel und begünstigt Herzinfarkt
Bei der übermäßigen Aufnahme von fetthaltigen Nahrungsmitteln besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt. Fetthaltige Nahrungsmittel erhöhen den Gehalt an Cholesterin im Blut. Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff, der vom Körper selbst produziert wird und z.B. für den Aufbau von Zellen, Vitamin D und Hormonen benötigt wird. Ein zuviel an Cholesterin führt zu einer Verengung oder Verstopfung der Blutarterien (Arterienverkalkung). Kommt es zu einem Gefäßverschluss an einem den Herzmuskel versorgenden Gefäß, kann ein Herzinfarkt auftreten. Ein Verschluss der Gehirnarterien verursacht einen Schlaganfall.
 
Tierische Fette und Öle enthalten Cholesterin. Aus diesem Grunde ist die Aufnahme von pflanzlichen Fetten generell gesünder. Vor allem die ungesättigten Fettsäuren der pflanzlichen Öle wirken der Arterienverkalkung entgegen.  
  
Distelöl oder Leinöl sind gesünder als Olivenöl, da sie einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren besitzen. Kaltgepresstes Speiseöl enthält ebenfalls mehr ungesättigte Fettsäuren und auch mehr Vitamine, da bei diesem Verfahren die ölhaltigen Pflanzensamen nicht erhitzt werden. 
 
2.3  Zuviel Kohlenhydrate und Alkohol verursachen eine Fettleber  
Bei einer einseitigen, kohlenhydratreichen Ernährung bildet die Leber Fette in Überproduktion. Sie vergrößert sich und wird zur Fettleber. Alkoholiker besitzen ebenfalls eine Fettleber, da die Leber auch aus Alkohol Fette bilden kann.  Schlimmstenfalls kann es zu einer Schrumpfung der Leber mit tödlichem Ausgang kommen (Leberzirrhose).
 
2.4  Ballaststoffarme Ernährung begünstigt Darmkrebs  
Ballaststoffe sind Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, die der Körper nicht verwerten kann. Sie binden Wasser im Darm und fördern daher die Verdauung. Die Verweilzeit von Nahrungsmitteln im Darm verkürzt sich, so dass eventuell aufgenommene Gifte wieder schneller ausgeschieden werden. 
 
Dadurch vermindert sich das Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind beispielsweise Gemüse, Salat, Obst, Haferflocken („Müsli“) und Vollkornbrot.
 
2.5  Zuviel Eiweiß verursacht Gicht und Rheumaerkrankungen
Die Aufnahme von Eiweißen erhöht die Konzentration der Harnsäure im Blut. Eine dauerhafte und übermäßige Harnsäureproduktion jedoch kann zu Gelenkserkrankungen wie Gicht oder Rheuma führen.
 
2.6  Zuviel Kochsalz führt zu Bluthochdruck  
Eine übermäßige Aufnahme von Kochsalz (Natriumchlorid) kann zu Bluthochdruck führen und damit das Risiko eines Herzinfarkt erhöhen. Beim Kauf von Mineralwasser ist darauf zu achten, dass es „natriumarm“ ist.
 
2.7  Zuviel Zucker erzeugt Karies  
Speichel und Abbauprodukte der Nahrungsmittel bilden einen Zahnbelag (Plaque), der für die Mundbakterien einen optimalen Nährboden bietet. Diese bauen Zucker zu organischen Säuren um, die den Zahnschmelz und im fortgeschrittenen Stadium auch das darunter liegende weiche Zahnbein angreifen. Nach jeder Zuckerzufuhr steigt die Säureproduktion der Plaquebakterien um ein Vielfaches an. Durch Zähneputzen wird der Plaquebelag entfernt.
 
2.8  Viele Nahrungsmittel enthalten ein Übermaß an chemischen Giften  
Im Fleisch befinden sich oft Hormone oder Antibiotika, die bei der Aufzucht verabreicht werden. Im Meeresfisch lassen sich immer wieder gefährliche Konzentrationen von Schwermetallsalzen nachweisen. Vor allem Raubfische (Seehecht, Barsch, usw.) sind davon betroffen, da sich die Gifte über die Nahrungskette anreichern. Pflanzliche Produkte, z.B. Gemüse oder Obst sind oft mit Insektenvernichtungsmittel vergiftet. Aus diesen Gründen sollte man sich mit Nahrungsmitteln aus kontrolliert, biologischem Anbau ernähren. Diese sind in den Reformhäusern oder Bioläden erhältlich.
 
2.9  Lebensmittelzusatzstoffe sind meistens unnötig
An der E-Nummer kann die Funktion der Zusatzstoffe erkannt werden: Farbstoffe (E 100 bis E 180) werden zugesetzt, um eine Nahrungsmittel farblich attraktiver zu gestalten, z.B. in Bonbons, Gummibären oder Götterspeisen. Oft soll auch die ursprüngliche, natürliche Farbe, die durch die Zubereitung verloren gegangen ist, wieder hergestellt werden. Die meisten Lebensmittelfarbstoffe sind unnötig, zumal sie auch Allergien auslösen können:
 
Allergieauslösende Farbstoffe: E 102, 104, 110, 120, 122, 123, 124, 127, 151, 160
 
Konservierungsstoffe (E 200 bis E 290) hemmen das Wachstum von Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien und schützen die Lebensmittel vor dem Verderb. Zu den seit alters her bekannten Konservierungsstoffen gehören Salz, Zucker oder Essig. Auch die Konservierungsstoffe können gefährlich wirken:
 
E-Nummer Name enthalten in: Mögliche Wirkungen
E210-E 213 Benzoesäure und Benzoate Mayonnaise, Salate, Gemüse- und Obstkonserven Allergien,  
z.B. Nesselsucht
E220-E227 Schwefeldioxid und Verbindungen Wein, Trockenfrüchte, Gemüsekonserven Asthma, Kopfschmerzen,  
Übelkeit, Durchfall
E250 Natriumnitrit Fleisch-, Fisch- und Käsepackungen Bildung krebserzeugender  
Nitrosamine
E251, E252 Natriumnitrat,  
Kaliumnitrat
Fleisch, Käse (z.B. Edamer, Gouda) Bildung krebserzeugender  
Nitrosamine
 
Wenn möglich sollte man auf die Lebensmittelzusatzstoffe verzichten. Zur gesunden Ernährung gehört aber auch ein gesunder Lebensstil. So sollte man sich viel an der frischen Luft bewegen und tägliche Erholungspausen einplanen. Manche Menschen sind Vegetarier, sie haben gegenüber Fleischessern ein wesentlich verringertes Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben oder an Krebs zu erkranken.
 
 
 
Weitere Internetlinks:
 
Infosystem Ernährung der Universität Hohenheim mit Lebensmittelanalysen und Nährwerterfassung
Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus: Tipps zur vegetarischen Ernährung
 
 
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