In Frankreich starben nach Schätzungen im Sommer 2003 mehr als 11000 Menschen an den Folgen der Hitze. Vielfach handelte es sich um alte Menschen. Die Leichenhallen von Paris konnten die vielen Toten nicht mehr aufnehmen, daher wurden Kühlwagen und Markthallen zweckentfremdet. Die Krankenhäuser waren total überlastet. Da die Behörden zunächst das Problem vernachlässigten, kam es zu einer Regierungskrise. Der Chef der Pariser Gesundheitsbehörde trat zurück. Auch in den deutschen Altenheimen in Karlsruhe starben innerhalb von zwei Wochen 26 Menschen an der Hitze.
Im August am 12.8.2003 zeigten 15 von 16 Messstationen in der Schweiz mehr als 120 µg (Mikrogramm) Ozon pro Kubikmeter Luft (zwischen 15 und 16 Uhr). In Zürich und Basel wurden Werte über 230 µg gemessen. Der Spitzenwert war im Kanton Tessin bei 350 µg Ozon erreicht. Als Notmaßnahme erließen die Kantone Geschwindigkeitsbeschränkungen. Vielerorts waren auf den Autobahnen nur noch 80 Stundenkilometer erlaubt. Dies verschärfte die Verkehrssituation am Gotthard noch mehr, da viele Urlauber mit ihrem Auto unterwegs waren und stundenlang im Stau steckten. Auch in Deutschland wurden an vielen Orten Werte von mehr als 200 µg gemessen.
Nach Erkenntnissen des Schweizerischen
Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) sind etwa zehn
Prozent der Schweizer Bevölkerung gegen Ozon besonders empfindlich.
Zu den Risikogruppen gehören unter anderem Menschen, die an Asthma
oder chronischer Bronchitis leiden.
Nach einer internationalen Studie, die
im Sommer 2003 veröffentlicht wurde, wird das Eis am Nordpol in den
kommenden 100 Jahren vollständig schmelzen. Satellitenbilder zeigen,
dass die Eiskappe am Nordpol in den letzten Jahrzehnten um eine Million
Quadratkilometer geschrumpft ist. Übrig bleiben noch 6 Millionen Quadratkilometer.
Ein Ansteigen des Meeresspiegels ist aber dadurch nicht zu befürchten,
da sich das Eis am Nordpol im Wasser befindet. Die mittlere Oberflächentemperatur
der Erde könnte bis zum Jahr 2100 um 5 Grad Celsius steigen. Beim
Abschmelzen der Gletscher und der Antarktis ist jedoch auch ein Anstieg
des Meeresspiegels zu erwarten.
Während die Pegel der Flüsse,
die aus Gletschern gespeist werden, überdurchschnittlich hoch waren,
trockneten die Flüsse im Unterland fast aus. Im Sommer zuvor noch
hatten riesige Überschwemmungen im Osten Deutschland zu katastrophalen
Folgen geführt, von denen sich die Betroffenen und die ostdeutsche
Wirtschaft nur schwer erholten. Dieses Jahr führte die Elbe bei Dresden
so wenig Wasser wie nie zuvor. Die Trockenheit führte zu zahlreichen
Ernteausfällen. Viele Bäume zeigten deutliche Hitzeschäden.
Ein großes Problem war auch der
Anstieg der Wassertemperatur. So erreichten die Rhone bei Chancy mit 25,1
Grad und der Rhein bei Rheinfelden mit 25,8 Grad jeweils die höchste
dort gemessene Wassertemperatur. Auch andere Flüsse und Seen verzeichneten
Rekordwerte. Die hohen Wassertemperaturen führten zu einem Sauerstoffmangel
und dadurch zu einem massiven Fischsterben in den Gewässern. Berufsfischer
mussten zum Beispiel mehr als 20000 tote Äschen aus dem Hochrhein
bergen. Einige Atomkraftwerke in Bayern und Baden-Württemberg wurden
vom Netz genommen, da das abgegebene Kühlwasser zu warm war. Die von
den Behörden erteilten Betriebs-Sondergenehmigungen, um den Strombedarf
weiterhin aufrecht zu erhalten, stießen bei den Umweltschützern
auf Unverständnis.
Die Null-Grad-Grenze in den Alpen zog
sich bis auf eine Höhe von 4600 Metern zurück, das entspricht
fast der Höhe des Mont Blanc. Normalerweise liegt die Null-Grad-Grenze
im Sommer bei etwa 3000 Metern. Das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen
wurde im Sommer 2003 enorm beschleunigt. Dies zeigte sich auch darin, dass
einige Stauseen infolge des übermäßigen Wasserabflusses
überliefen. Erstmals wurde von Experten auch auf das drohende Abschmelzen
des Permafrostes hingewiesen. Zahlreiche Bergbahnen und -stationen sind
auf dem ewigen Eis gebaut. Der Permafrost bewirkt eine Stabilisierung des
Untergrundes, das Zurückgehen des Permafrostes führt vermehrt
zu Bergstürzen und Hangabbrüchen.
Besonders verheerend waren die zahlreichen
Waldbrände in Südeuropa, aber auch in Kanada. In Portugal verbrannten
insgesamt 250 Quadratkilometer Ackerland und knapp 3000 Quadratkilometer
Wald, eine Fläche größer als das Saarland. 45000
Menschen verloren alleine in Portugal ihr Hab und Gut oder ihren Arbeitsplatz,
18 Menschen kamen ums Leben. Portugal erhielt von der EU Finanzhilfe für
den wirtschaftlichen Schaden, der knapp eine Milliarde Euro betrug.
Bei einem Waldbrand an der Costa Brava in Spanien mussten 12000 Urlauber
vor den Flammen fliehen. Ein Großbrand bei Leuk im Kanton Wallis/Schweiz
vernichtete am 14. August 2003 4,5 Quadratkilometer Lawinenschutzwald.
In Deutschland gab es hunderte von kleineren Waldbränden, die allerdings
relativ schnell gelöscht werden konnten.
Ende August führten verheerende Unwetter
in Norditalien, in Österreich und im Tessin zu chaotischen Verhältnissen.
Ein schwerer Sturm deckte in Graz Dächer ab. Heftige Regenfälle
lösten zahlreiche Erdrutsche und Schlammlawinen aus und verschütteten
Ortschaften und Verkehrsverbindungen. Viele heimkehrende Urlauber saßen
im Süden fest, da die Autobahnen beschädigt waren, einige Menschen
kamen ums Leben. Nachdem die Hitzewelle im Sommer vor allem in Norditalien
zu massiven Ernteausfällen geführt hatte, wurden andere Gegenden
nun von Überschwemmungen heimgesucht.
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