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Expressionismus: Franz Marc
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Seite 1: Geschichte und Merkmale des Expressionismus
Seite 2-3: Franz Marc, August Macke
 
Franz Marc wurde am 8. Februar 1880 in München geboren. Nachdem er zuerst Pfarrer werden wollte, verspürte er im Alter von 20 Jahren eine Berufung zum Maler und begann, an der Münchener Akademie zu studieren. Vier Jahre später richtete er sich in München ein eigenes Atelier ein. Auf zwei Reisen nach Paris (1904 und 1907) lernte er die Bilder Manets, der Impressionisten und von Vincent van Gogh kennen. Im Jahre 1910 freundete er sich mit August Macke an. Das Jahr 1911 war für ihn ein entscheidendes Jahr: Er lernte die Maler Jawlensky, Kandinsky, Münter und Werefkin kennen, mit denen er die Künstlergemeinschaft des "Blauen Reiters" gründete. Auf deren ersten Ausstellung fanden seine Bilder große Beachtung. Franz Marc starb am 4.3.1916 im Ersten Weltkrieg in der Nähe von Verdun als Soldat.
 
 
 Portrait Franz Marcs von August Macke, 1910
 
Berühmt geworden ist Franz Marc durch seine Tierdarstellungen von Füchsen, Katzen, Kühen, Pferden, Rehen oder Tigern. Er selbst hatte eine enge Beziehung zu Tieren und liebte sie. Den Anstoß, Tiere zu malen, hatte er von dem Tiermaler Bloé Nestlé erhalten. Mit seinen Kunstwerken wollte er den Tieren eine Seele geben, was folgende drei Zitate verdeutlichen:
 
"Ich suche mich einzufühlen in das Zittern und Rinnen des Blutes der Natur, in den Bäumen, in den Tieren, in der Luft (...) Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler, ein Reh oder ein Hund? Wie armselig, seelenlos ist unsere Konvention, Tiere in eine Landschaft zu versetzen, die unseren Augen zugehört statt uns in die Seele des Tieres zu versenken, um dessen Bilderkreis zu erraten?"
 
"Wir werden nicht mehr den Wald oder das Pferd malen, wie sie uns gefallen oder scheinen, sondern wie sie wirklich sind, wie sich der Wald oder das Pferd selbst fühlen, ihr absolutes Wesen, das hinter dem Schein lebt, den wir nur sehen... Wir müssen von nun an lernen, die Tiere und Pflanzen auf uns zu beziehen und unsere Beziehung zu ihnen in der Kunst darstellen." (alle Zitate in: Partsch 1993, S. 38-39) 
  
Im "träumenden Pferd" assoziiert die Farbe Blau die Sehnsüchte und Träume des Pferdes. Es scheint von einem anderen Pferd zu träumen, welches an seinem Rücken steht. Die Träume werden auch durch die Sprechblasen im linken, oberen Eck angedeutet. Marc malte mehrere Bilder von blauen Pferden, die alle berühmt geworden sind.
 
 
 Träumendes Pferd, 1913, Aquarell 39,6x46,8cm
© Solomon R. Guggenheim Museum, New York
 
Im Herbst 1912 machte er Bekanntschaft mit dem französischen Maler (1885-1941) Robert Delaunay. Die Bilder dieses zuerst vom Kubismus geprägten Malers waren vorwiegend abstrakt. Sie hatten ausschließlich die Farbe als Gegenstand und bildeten große Licht- und Farbkompositionen. In der Folgezeit malte Marc immer weniger gegenständlich. Das "blaue Pferd mit Regenbogen" (siehe unten) war ein erster Schritt in diese Richtung. Der Regenbogen stellt eine Brücke zwischen Himmel und Erde her. Er symbolisiert die Naturverbundenheit des kleinen blauen Pferdes am rechten Bildrand.
 
 
Blaues Pferd mit Regenbogen, 1913
 
Im selben Jahr lernte er die expressionistische Dichterin Else Lasker-Schüler kennen, der er im Laufe der Zeit handkolorierte Postkarten zusandte. Eine Karte zum Neujahrsgruß enthielt einen Entwurf zu seinem berühmten Bild "Turm der blauen Pferde" (>Internet). Der Holzschnitt "Versöhnung" ist eine expressionistische, künstlerische Darstellung des gleichnamiges Gedichtes von Else Lasker-Schüler.
 
 
Franz Marc: Versöhnung (Holzschnitt), 1912
 
 
Andere Internetseiten über Franz Marc:
 
Lebenslauf (Franz-Marc-Gymnasium München)
Franz Marc im Webmuseum
 
 
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