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Expressionismus: August Macke
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Seite 1: Geschichte und Merkmale des Expressionismus
Seite 2-3: Franz Marc, August Macke
 
August Macke wurde am 3. Januar 1887 in Meschede/Sauerland geboren. Im Alter von 17 Jahren begann er ein Kunststudium an der Königlich Preußischen Akademie in Düsseldorf. Reisen in die Kunstmuseen nach Italien, Holland, Belgien, England und Paris inspirierten den jungen Macke. Vor allem die Bilder von Paul Cézanne mit den klar abgegrenzten Farbflächen bestimmten seinen künstlerischen Weg. 1907 studierte in Berlin bei Lovis Corinth. In einer Münchener Kunsthandlung entdeckte er Bilder und Zeichnungen von Franz Marc, den er daraufhin aufsuchte. Aus der Begegnung wurde eine feste Freundschaft, zu der auch noch Wassily Kandinsky und Alexej Jawlensky hinzukamen. Macke gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Blauen Reiters, bei deren ersten Ausstellung er mit drei Bildern vertreten war.
 
 
Selbstbildnis, 1906
 
Zusammen mit seinem Freund Marc besuchte er 1912 in Paris Robert Delaunay, mit dem er sich ebenfalls anfreundete. Später kam zu seinem Freundeskreis noch Paul Klee hinzu, nachdem er mit seiner Familie an den Thuner See in die Schweiz gezogen war. Am 26. September 1914 fiel August Macke in einem Gefecht, nur einen Monat nach Kriegsausbruch in der Champagne.
 
Im Gegensatz zu Franz Marc war Mackes Lieblingsmotiv der Mensch. Er malte Frauen in langen, eleganten Kleidern vor Modeläden, in Parks oder auf Spaziergängen. Auf seinen Öl- oder Aquarellbildern bestimmen kräftige, leuchtende Farben das Motiv.
 
Das Bild "Indianer auf Pferden" wurde bei der ersten Ausstellung des Blauen Reiters in München ausgestellt. Im Vordergrund reiten zwei Indianer auf einem Pferd, während ein dritter einen Speer trägt. Alle Formen und Farben, die in kantigen Flächen gemalte Häusergruppe und das Gebirge, sowie die ineinander übergehenden Farbverläufe erinnern an Marcs Landschafts- und Tierbilder. Die bunten Farben und deren Komplementärfarben sind raffiniert ineinander verflochten, so dass der Betrachter die Naturverbundenheit der Indianer zu verspüren vermeint und sehnsüchtig an ein verlorenes Paradies erinnert wird.
 
 
Indianer auf Pferden, Öl, 1911
 
Auf dem Bild "Dame in grüner Jacke" steht eine alleinstehende Frau in grünem Kleid vor zwei Pärchen in einem Park. Beeinflusst durch den Orphismus und Robert Delaunay stellt Macke Licht und Schatten nicht durch helle und dunkle Farbpartien dar, sondern lässt die Kontrastwirkung ganz aus der Leuchtkraft der Farben heraus scheinen. Die Gesichter sind wie bei anderen Motiven Mackes nicht ausgemalt. Der individuelle Charakter der Figuren ist nicht erschließbar, sie verschwimmen ganz innerhalb der Farbflächen. Der Betrachter blickt in eine Farbkomposition, aus der die Schönheit der Welt herausleuchtet.
 
"Was ich an Neuem in der Malerei gefunden habe, ist Folgendes: Es gibt Farbzusammen- klänge, meinethalben ein gewisses Rot und Grün, die beim Ansehen sich bewegen, flimmern (...) 
 
Wenn du nun etwas Räumliches malst, so ist der farbige Klang, der flimmert, räumliche Farbwirkung (...) Diese raumbildenden Energien der Farbe zu finden, statt sich mit einem toten Helldunkel zufrieden zu geben, das ist unser schönstes Ziel." (A. Macke in einem Brief, aus: Broer 1997, S. 27)
 
 
Dame in grüner Jacke, Öl, 1913
 
Die größte Inspiration erfuhr August Macke während seiner Reise nach Tunesien im Jahre 1914, auf der ihn Paul Klee (Tunisbilder von Klee) und Louis Moilliet begleiteten. Auf der Reise entstanden 38 meisterhafte Aquarelle und über hundert Zeichnungen. Das Aquarell "Blick in eine Gasse" ist mit wenigen Bleistiftzeichnungen vorgezeichnet, die Motive sind klar gegliedert. Blautöne und die komplementären Gelbtöne dominieren, und die leuchtenden Farben erzeugen eine Raumwirkung, so dass der Betrachter förmlich in die Gasse hineingezogen wird. Man glaubt, den kühlenden Schatten der Gasse zu spüren, während die brütende Hitze von der rot leuchtenden Kopfbedeckung des Mannes im Vordergrund abgehalten wird.
 
 
Blick in eine Gasse, Aquarell, 1914
 
 
 
Andere Internetseiten über August Macke:
 
Lebenslauf (Franz-Marc-Gymnasium München)
 
 
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