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Licht
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Licht ist ein Phänomen, welches wir in der Natur vielfältig beobachten können. Eine Definition des Begriffs erscheint genauso schwierig wie eine Definition vom Begriff Farbe, weil Licht in seinem Wesen nicht "fassbar" ist.
 
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Licht wird durch den Filter des Auges und dem Gehirn wahrgenommen. Besonders gut nehmen wir es jedoch war, wenn Licht in Verbindung mit Schatten auftritt. Licht und Schatten wurde von vielen Malern zur Darstellung von besonderen Stimmungen und Situationen eingesetzt.
 
Das Licht als Symbol für den Gegensatz zur Finsternis steht meist in Verbindung mit einer Erleuchtung oder einer neuen Erkenntnis (siehe auch die Wirkung der Farbe Gelb). Oft wird Licht als Symbol für Nicht-Materielles (Geist, Gott, Lebensglück) verwendet. Die folgende Darstellung vom Licht als physikalisches Phänomen soll zeigen, wie schwierig es ist, Licht naturwissenschaftlich und begrifflich zu erfassen.
 
 
Wie entsteht Licht?
 
Erhitzt man ein Metallstück, beginnt es nach einiger Zeit zu glühen. Bei diesem Vorgang wird Wärmeenergie in Licht umgewandelt. Je heißer das Metallstück ist, umso höher ist auch die Lichtausbeute:
´
Temperatur
Glühfarbe
+ 700 °C
dunkelrot
+ 900°C
kirschrot
+ 1000°C
hellkirschrot
+ 1100 °C
dunkelorange
+ 1200 °C
hellorange
+ 1300°C
weiß
 
Führt man den Metallatomen Wärmeenergie zu, werden die Atome in einen angeregten Zustand versetzt, wobei sie Licht aussenden. Licht kann durch folgende Vorgänge gewonnen werden:
 
1. durch Verbrennungen aus chemischer Energie (z. B. Flamme)
2. durch Umwandlung aus elektrischer Energie (z. B. Glühlampe)
3. durch Umwandlungen von Atomkernen (z. B. in der Sonne)
 
In der Sonne verschmelzen die Kerne von Wasserstoffatomen zu Heliumkernen. Dabei werden riesige Energiebeträge erzeugt, die als Wärme oder Licht in das Weltall abstrahlen. Die Oberflächentemperatur der Sonne beträgt mehr als 6000°C. Auf den Erdball trifft allein eine Wärmestrahlung von etwa 175 Milliarden Megawatt (MW).
 
 
Was ist Licht?
 
Bereits im Jahre 1690 ordnete der niederländische Physiker Christiaan Huygens dem Licht - in Anlehnung an die Schallwellen - eine Wellennatur zu. Im 19. Jahrhundert untermauerten die Theorien des Physikers James Clerk Maxwell die Annahme, dass sich Licht als elektromagnetische Welle fortbewegt.
 
Die meisten elektromagnetischen Wellen wie Radiowellen oder die Röntgenstrahlung sind für unser Auge nicht sichtbar. Die Wellen unterscheiden sich in ihrer Wellenlänge: Rundfunkwellen können mehrere hundert Meter lang sein, während die kosmische Höhenstrahlung Wellenlängen im kaum vorstellbaren Bereich von Millionstel Nanometer (1nm = 1 Milliardstel Meter) besitzt. Die Wellenlänge des für uns sichtbaren Lichts liegt zwischen 770nm und 400nm und wird als optisches Spektrum bezeichnet. Das optische Spektrum selbst wiederum ist aus verschiedenen elektromagnetischen Wellen zusammengesetzt, die in unseren Augen unterschiedliche Farbwahrnehmungen erzeugen:
 
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Der Londoner Arzt Thomas Young erkannte im Jahre 1817, dass sich Lichtwellen nicht wie die Schallwellen als longitudinale Schwingungen, sondern transversal fortbewegen. Transversale Wellen schwingen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung (Grafik).
 
Das Auge besitzt auf der Netzhaut drei verschiedene Farbsinneszellen (rot, grün, blau). Werden diese gleichzeitig angeregt, erhält man den Farbeindruck Weiß. Weißes Licht kann als Mischung von mehreren elektromagnetischen Wellen aus dem optischen Spektrum bezeichnet werden. Die "Additive Farbmischung" erbringt einen experimentellen Beweis: Weißes Licht wird durch das Mischen von mehreren farbigen Lichtquellen erzeugt.
 
Albert Einstein hat darauf hingewiesen, dass Licht auch eine andere Gestaltform annehmen kann. Er behauptete im Jahre 1905, dass Licht neben seiner Wellennatur auch Teilchencharakter besitzen muss, da es beim Auftreffen auf eine Metallplatte Elektronen aus der Platte herausschlagen kann. Er bezeichnete die "Lichtteilchen"  als Photonen. Der beschriebene Effekt wird als photoelektrischer Effekt bezeichnet und ist die technische Grundlage für die photovoltaische Gewinnung von Strom aus Sonnenlicht.
 
Die Eigenschaft des Lichts, sich sowohl wie eine Welle als auch wie ein Teilchen verhalten zu können, ist eines der merkwürdigsten Phänomene in der Natur überhaupt. Für dieses Phänomen des "Sowohl-als-auch" prägte Niels Bohr den Begriff der Komplementarität. Ganz entscheidend dabei ist die Anordnung des Aufbaus für die Versuche, um Eigenschaften über das Licht herauszubekommen. Ein Versuchsaufbau beweist die Wellennatur des Lichts, ein anderer Aufbau jedoch seine Teilchennatur. Seit dieser Feststellung nimmt man an, dass die Objekte der Natur nicht eindeutig festgelegt sind, sondern dass der Mensch selbst zu einem Stück weit entscheiden kann, wie die Natur ist. Manche Philosophen gehen noch wesentlich weiter und behaupten, dass die Natur (und alles was in ihr lebt und entsteht) ein reines Gedankengebäude des Menschen sei. Sie würde erst dann zu existieren beginnen, wenn sie der Mensch "erdenkt". Diese philosophische Richtung nennt man Konstruktivismus.
 
 
Wie bewegt sich Licht?
 
Das von der Sonne ausgestrahlte Licht breitet sich kreisförmig und geradlinig von der Sonne weg im Weltall aus, sofern es nicht gestört wird. Das Licht kann nicht stehen bleiben, es legt in einer Sekunde eine Entfernung von 300000 Kilometern zurück. Diese Geschwindigkeit wird als Lichtgeschwindigkeit bezeichnet. Sie ist die größte bisher gemessenene Geschwindigkeit und kann wahrscheinlich nicht übertroffen werden.
 
Licht bewegt sich solange geradlinig und ungestört, bis es auf ein Hindernis trifft oder durch ein Hindernis manipuliert wird:

a) Die Absorption von Licht
 
Stellt sich dem Sonnenlicht ein Planet in den Weg, so entsteht hinter dem Planeten ein Schatten. Beim Halbmond sieht man beispielsweise den von der Seite beschienenen Mond. Die der Sonne abgewandte Seite erscheint dunkel, während die sichtbare Sichel von der Sonne bestrahlt wird.
 

 
Erde und Mond (Foto: NASA)

Die Sichel kann nur deshalb gesehen werden, da ein Teil des Lichts von der Mondoberfläche zurückgeworfen wird. Ein erheblicher Teil des Lichtes aber wird von der Mondoberfläche zurückgehalten und in Wärmeenergie umgewandelt. Dieses Phänomen nennt man Absorption. Es erklärt auch die extremen Temperaturen auf der Mondoberfläche: An einem Mondtag betragen sie bis zu +120°C, während sie in der Mondnacht auf -150°C abfallen.
 
Eine schwarze Fläche heizt sich unter Sonneneinstrahlung mehr auf als eine weiße. Dies liegt an der besonders guten Absorptionsfähigkeit der "Farbe" Schwarz. Schwarze Flächen eignen sich aus diesem Grunde zum Bau von Wärmespeichern, z. B. im Sonnenkollektor. Dieser besitzt als Absorptionsfläche eine dunkle Fläche, die einen Wasserkreislauf heizt:
 

 
 
b) Die Reflexion von Licht
 
Gegenstände, die für unsere Augen farbig erscheinen, werfen ganz bestimmte Lichtstrahlen zurück. Ein blaues Pigment absorbiert alles Licht, das nicht im blauen Wellenbereich liegt. Das Licht im "blauen" Bereich zwischen 450 und 500nm strahlt von der Oberfläche des Pigments zurück. Dieses Phänomen heißt Reflexion. Wird das Licht wie bei einem Pigment in alle Richtungen gestreut, spricht man von einer diffusen Reflexion. Bei sehr glatten Oberflächen z. B. bei Spiegeln wird sämtliches Licht einheitlich reflektiert, so dass der Einfallswinkel immer dem Ausfallswinkel entspricht (spiegelnde Reflexion):
 
 
Die Sonnenstrahlen, welche auf die Erdoberfläche treffen, werden teilweise absorbiert, aber auch reflektiert. Bei der Absorption wird das kurzwellige Sonnenlicht in Wärmeenergie umgewandelt, die als langwellige Wärmestrahlung wieder an die Erdatmosphäre abgegeben wird. So entsteht der natürliche Treibhauseffekt. Ohne diesen Mechanismus wären die Bedingungen auf der Erdoberfläche mit dem Mond vergleichbar.
 
 
c) Die Streuung von Licht
 
Bei der diffusen Reflexion an der relativ rauhen Oberfläche des Pigments wurde das Licht in viele Richtungen reflektiert. Dieses Phänomen einer Streuung des Lichts in alle möglichen Richtungen kann auch in der Erdatmosphäre beobachtet werden: Der Tageshimmel erscheint nicht schwarz (sondern hell, bzw. blau), da das Sonnenlicht an den Luftmolekülen und den Staubteilchen diffus gestreut wird. Die Wahrscheinlichkeit der Streuung von Lichtwellen nimmt mit abnehmender Wellenlänge zu. Dies bedeutet, dass der blaue Anteil des Sonnenlichts wesentlich stärker von der Luft gestreut wird als der rote oder der gelbe Bereich. Aus diesem Grund erscheint der Tageshimmel auf der Erde blau. Bei Planeten ohne Atmosphäre (z. B. beim Mond) ist er dagegen schwarz.
 
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Kolloide Lösungen streuen das Licht (Tyndall-Effekt)

Das Phänomen der Streuung kann auch durch ein eigenes Experiment beobachtet werden: Durch einen Glasbehälter mit Wasser wird mit Hilfe einer Taschenlampe ein fein gebündelter Lichtstrahl geschickt. Dann tropft man einige Tropfen Milch in das Wasser: Die mikroskopisch kleinen Fett-Tröpfchen streuen den Lichtstrahl (vgl. auch >Tyndall-Effekt).
 
 
d) Die Brechung von Licht
 
Stellt man einen Stab in einen Behälter mit Wasser, erscheint der Stab geknickt. Dieses Phänomen ist durch eine besondere Eigenschaft des Lichts erklärbar: Lichtstrahlen, welche in durchsichtige Materialien eindringen, ändern bei Eintritt an der Grenzfläche ihre Richtung. Leitet man einen gebündelten Lichtstrahl in einem schrägen Winkel in Wasser, so wird er am Übergang zwischen Luft und Wasser abgeknickt.
 
Der Brechungswinkel (ß) kann berechnet werden, wenn die sogenannten Brechzahlen (n) der beiden Medien bekannt sind.

 
 
Berechnung des Brechungswinkels (ß)
 
Aufgrund des Phänomens der Brechung von Licht erscheinen Objekte, welche im Wasser liegen, näher an der Oberfläche wie sie tatsächlich sind. So wird auch meistens die Wassertiefe von glasklaren Gewässern viel zu gering eingeschätzt.
 
Ein besonderes Medium stellt das Prisma dar. Schickt man weißes Licht durch ein Prisma, werden die verschiedenen Lichtwellenanteile des Lichts an den beiden Grenzflächen zweimal gebrochen. Kurzwelliges Licht wird generell stärker gebrochen als langwelliges, daher kann mit Hilfe eines Prismas weißes Licht in seine Wellenanteile zerlegt werden. Dieses Phänomen der Dispersion wurde erstmals von Isaac Newton in dem 1704 erschienenen Buch "Optik" beschrieben.
 
 
Kurzwelliges Licht bricht sich am Prisma stärker als langwelliges (Dispersion)
 
Dispersion kann auch in der Natur eindrucksvoll beobachtet werden: Im Regenbogen brechen die feinen Wassertröpfchen die Sonnenstrahlen und zeigen dadurch das Spektrum des weißen Sonnenlichts. Dem Farbenfeuer eines geschliffenen Diamanten oder dem farbigen Glitzern eines Tautropfens liegt dasselbe Phänomen zugrunde.
 
 
e) Totalreflexion
 
Trifft ein Lichtstrahl ganz flach auf eine Grenzschicht (d. h. der Einfallswinkel alpha beträgt nahezu 90°), dann wird der Strahl nicht mehr gebrochen, sondern vollständig reflektiert, es erfolgt Totalreflexion. Aufgrund dieser Eigenschaft kann man Licht in Lichtleiterkabeln transportieren. Diese bestehen im Innern aus Glasfasern, welche einen großen Einfallswinkel ermöglichen. Durch vielfache Totalreflexion (bis zu 20000 mal pro Meter) wird das Licht im Glasfaserkabel transportiert. Mit Hilfe eines Lichttonsenders können Wechselspannungssignale in Lichtsignale umgewandelt werden, die in das Glasfaserkabel eingeschleust werden.  Ein Lichttonempfänger am Ende des Glasfaserkabels empfängt die Lichtsignale und wandelt sie wieder in elektrische Signale um. Auf diese Weise können Informationen (z. B. Telefon) über große Strecken ohne Stromverlust übertragen werden:
 
 
Ein Glasfaserkabel transportiert Licht, welches Informationen trägt
 
 
f) Die Interferenz von Licht
 
Das Phänomen der Interferenz kann in der Natur und in der Technik vielfältig beobachtet werden: Das regenbogenfarbige Schillern von Perlen oder Perlmuttmuscheln, das farbige Schillern von Seifenblasen oder von Öl auf der Straße, das Farbenspiel des Labradorits und das vielfältige Farbenspiel eines Schmetterlingsflügels weisen auf das Phänomen der Interferenz hin. Interferenzlicht ensteht immer dann, wenn Lichtwellen durch unterschiedliche Reflexion übereinander gelagert werden.
 
 
Dies soll am Beispiel der Schalen von Perlen oder von Perlmuttmuscheln erläutert werden. Die Schalen bestehen aus einer Kombination von mehreren hauchdünnen Schichten, die abwechselnd aus einer dünnen, transparenten Kalkschicht und einer noch dünneren Eiweißschicht aufgebaut sind. Trotz ihres mikroskopisch dünnen Aufbaus, variieren die Schichten in ihrer Dicke. Die Wellenanteile des Lichts werden unterschiedlich stark reflektiert und es entsteht eine mehrfache Überlagerung von interferierenden Lichtwellen. Das Ergebnis ist der typisch schillernde "Regenbogeneffekt" der Muschelschale.
 
Beim Doppelspaltexperiment trifft Licht auf eine Trennwand mit zwei schmalen, parallelen Schlitzen. Auf dem Weg durch die Schlitze legt das Licht bis zum Auftreffen auf dem dahinter liegenden Schirm unterschiedliche Entfernungen zurück. Daher kommen die Lichtstrahlen nicht phasengleich beim Schirm an. An einigen Stellen heben sich die Wellen gegenseitig auf, an anderen addieren sie sich. Als Ergebnis ist ein typisches Muster von hellen und dunklen Interferenzstreifen zu sehen (>Grafik).
 
 
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