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Wir interessieren uns besonders für
die Pigmente, welche er in seiner Firma nach
alten Rezepten herstellt und weiterverarbeitet. Dazu gehören Erdpigmente
wie Veroneser Grüne Erde oder Goldocker von der Insel Elba und vor
allem die wunderbaren Blaupigmente Lapislazuli
und Smalte. Dazu mehr aber später. Interessant
ist auch die Entstehungsgeschichte der Farbmühle. Herr Kremer erzählt
es uns so:
"Damals kam ein Restaurator
zu mir und hatte den Wunsch nach einem Blau. Das Blau konnte er nirgends
kaufen, er kam zu mir, ich war Chemiestudent, und ich habe das Blau gemacht.
Dann kam ein Kollege, der wollte ein Grün haben, auch das habe ich
gemacht. Und damals Mitte der Siebziger, irgendwie muss der Mensch ja leben,
ich wollte eigentlich habilitieren, das ging nicht, keine Stelle frei,
da habe ich eben eine Farbenfirma gegründet"
Zum Kundenkreis der Firma gehören
vor allem Restauratoren, Künstler, Schulen und Kindergärten.
Für alle bisherigen Farbenprojekte, die
wir bisher in der Schule durchführten, verwendeten wir Pigmente, wie
sie bei Kremer erhältlich sind. Das Angebot umfasst ein komplettes
Angebot aller verfügbaren Erdpigmente, Pflanzenfarben und Farbhölzer,
synthetische Pigmente, Bindemittel und diverse Rohstoffe für die Farbenherstellung.
Soll ein Kirchengemälde restauriert werden, muss die Originalfarbe
verwendet werden, wobei die chemische Zusammensetzung genau dem Originalpigment
entsprechen sollte. Für derartige Sonderwünsche ist die Firma
ebenfalls zuständig. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass ein Kilogramm
eines Pigments, wie Fra-Angelico-Blau über 15000 Euro kostet. Die
einfachen Pigmente bietet Kremer auf dem Markt jedoch zu einem sehr günstigen
Preis an.
Herr Kremer führt uns in einen kleinen
Raum mit Blick auf den Bach, in dem Herr Sead Eminagic tätig ist.
Er ist für die Herstellung der Pigmente nach alten Rezepturen verantwortlich.
In dem Raum stehen Säcke und Eimer mit verschiedenen Mineralien, ein
überdimensionaler Mörser, eine elektrische Mühle und ein
Schüttelsieb, im Vergleich zu einem chemischen Betrieb eine eher bescheidene
Ausrüstung. Doch gerade diese Atmosphäre nimmt uns schnell gefangen.
Sead öffnet die Eimer und zeigt uns verschiedene Mineralien. Er erklärt
uns, wo sie gefunden wurden, ein paar davon hat Herr Kremer in Italien
selbst gegraben, manche stammen aus Deutschland. Auch Sead nimmt sich viel
Zeit für uns, bis wir endlich die schwere Kamera- und Filmausrüstung
aufgebaut haben.
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