Quecksilber  Indium  Periodensystem  Ununtrium  Blei
 
Thallium                                           81Tl
engl. thallium; griech. tallós ("junger, grüner Zweig")
 
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Das sehr giftige Thallium zeigt nur an
frischen Schnittflächen seinen Glanz
relat. Atommasse:  
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte:  
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
   
   
 
204,3833   
81   
304 °C   
1473 °C   
3, 1   
11,85 g/cm³  
1,3   
1,8 (Pauling)   
170 pm  
[Xe]4f145d106s26p1  
Tl-203  29,524%  
Tl-205  70,476%  
   
 
 
 
Eigenschaften:   
Thallium ist ein sehr weiches Schwermetall, das dem Blei in seinen Eigenschaften ähnelt. An frischen Schnittflächen glänzt es blauweiß, an der Luft läuft es relativ schnell mattgrau an. Es sind zwei Modifikationen bekannt. Oberhalb von 232°C geht das hexagonal kristallierende a-Thallium in kubisch kristallierendes b-Thallium über. Wie Blei hat Thallium eine niedrige Schmelz- und Siedetemperatur. Unterhalb von -270,55°C zeigt es Supraleitfähigkeit.  
   
Thallium ist ein relativ unedles Metall, das sich an der Luft mit einer Oxidschicht überzieht. Diese schützt das Metall vor einer weiteren Oxidation. Wasser reagiert mit dem Metall in Gegenwart von Luft zu einem Hydroxid. In Alkohol löst es sich unter Bildung eines schweren, gelblichen Öls. Von nicht oxidierenden Säuren wie Salzsäure oder verdünnter Schwefelsäure wird es nicht angegriffen, während Salpetersäure das Metall auflöst. Mit den Halogenen reagiert es bei Zimmertemperatur, mit Schwefel, Selen oder Tellur erst bei höheren Temperaturen.  
   
Im menschlichen Organismus wirken Thallium und seine Verbindungen stark giftig und fruchtschädigend. Wenige Milligramm des Elements oder einer Thalliumverbindung führen zu schweren Vergiftungen, die sich in Übelkeit, Brechreiz, Bauchkrämpfen, Durchfall, Nierenschäden und Haarausfall äußern können. Die langfristige Einnahme an geringen Konzentrationen verursacht chronische Vergiftungen. 
 
 
Vorkommen:   
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 2,9 x 10-5% an 64. Stelle. Es ist ein seltenes Element, ist aber noch etwas häufiger als Silber. In der Natur kommt es nicht elementar vor. Thalliummineralien wie der Lorandit (Thalliumarsensulfid) kommen sehr selten vor, sie sind für die Thalliumgewinnung ohne Bedeutung. Dagegen kommt es häufig in geringen Konzentrationen in sulfidischen Zink-, Kupfer-, Eisen- und Bleierzen vor. Wichtige Vorkommen an thalliumhaltigen Erzen liegen in Wyoming/USA, in Schweden und in Russland.  
    
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Bei der Verhüttung von Bleiglanz fallen geringe Mengen an Thallium an
 
 
Geschichtliches:   
Das Element wurde im Jahre 1861 von  dem englischen Physiker und Chemiker Sir William Crookes (1832-1919) in London entdeckt. Er fand es bei spektralanalytischen Untersuchungen von Bleikammerschlamm in einer Schwefelsäurefabrik. Fast gleichzeitig nahm der Franzose Claude Auguste Lamy (1820-1878) in Paris ähnliche Untersuchungen vor und fand ebenfalls das neue Element. Ihm gelang auch die erste Isolierung von etwa 14 Gramm des Metalls. Sir William Crookes gab dem Element seinen Namen aufgrund seiner typischen grünen Spektrallinie. Er orientierte sich bei der Namensgebung am griechischen Wort thallós ("junger, grüner Zweig").  
   
 
Sir William Crookes (1832-1919)
 
 
Herstellung:   
Das Element fällt beim Rösten von Bleiglanz oder von Zinkblende im Flugstaub an. Nach dem Lösen und Aufschließen in verdünnter Schwefelsäure fällt man schwerlösliche Thalliumverbindungen wie Thalliumsulfid oder Thalliumchlorid aus. Durch Reduktion mit Zink oder durch eine Elektrolyse der Lösungen erhält man das Element in unreiner Form. Das Roh-Thallium wird zu Anoden vergossen und durch eine erneute Elektrolyse zu hochreinem Thallium raffiniert. 
 
 
Verwendung:   
Aufgrund der starken Giftwirkung sind der technischen Verwendung des Metalls Grenzen gesetzt. In Bleilegierungen verbessert es die Festigkeit und die Korrosionsbeständigkeit. Thalliumlegierungen (mit Silber oder Blei) dienen zur Herstellung elektrischer Kontakte oder Elektroden. Eine Zugabe von Thallium erniedrigt den Schmelzpunkt von Quecksilber von -38,84°C auf weniger als -60°C. Derartige Thalliumamalgame eignen sich zur Füllung von Kältethermometern. Das sehr giftige und umweltgefährliche Thallium(I)-sulfat (Tl2SO4) wurde früher als Rattengift eingesetzt.
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht