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| Eigenschaften:
Ruthenium ist ein silberweiß bis mattgrau glänzendes Metall, das sehr hart ist und eine sehr hohe Schmelztemperatur besitzt. Ruthenium ist wie alle anderen Platinmetalle sehr reaktionsträge und reagiert in Abwesenheit von Luftsauerstoff auch mit keiner Säure. Gibt man aber Luft dazu, wird es bereits von Salzsäure angegriffen. Beim Erhitzen an der Luft auf über 800°C bildet es eine Oxidschicht und läuft schwarz an. Bei noch höheren Temperaturen reagiert es mit reinem Sauerstoff zu Ruthenium(IV)-oxid: Ru + O2 -----> RuO2 DHR = -305 kJ/mol Bei noch höherer Hitze oxidiert es weiter zu dem flüchtigen und sehr giftigen Ruthenium(VIII)-oxid: RuO2 + O2 -----> RuO4 DHR = -223 kJ/mol Mit Chlor reagiert es zu Ruthenium(III)-chlorid: 2 Ru + 3 Cl2 -----> 2 RuCl3 DHR = -410 kJ/mol Das Metall kann erhebliche Mengen an Wasserstoff absorbieren, es eignet sich daher als Katalysator für die Ammoniaksynthese. |
| Vorkommen:
Das Metall ist ein sehr seltenes Element und steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 2 x 10-6% an 71. Stelle noch vor Gold und Platin. Das Element tritt fast immer zusammen mit Platin auf, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Auch das Rutheniummineral Laurit (RuS2) kommt nur sehr selten vor. |
| Geschichtliches:
Im Jahre 1844 entdeckte der deutsch-russische Chemiker und Pharmazeut Karl Ernst Claus (1796-1864) das Element bei der Aufarbeitung von Rückständen aus der Platingewinnung. Aus den Rückständen trennte er Rutheniumchlorid ab, das er mit Ammoniumchlorid in rotes Ammonium-Hexachlororuthenat umwandelte. Durch Erhitzen gelang es ihm, daraus ca. 6 Gramm reines Ruthenium zu isolieren. Claus benannte das Element nach dem alten Namen Russlands, bzw. der Ukraine (Ruthenia) und schlug auch das Symbol Ru vor. |
| Herstellung:
Ruthenium fällt zusammen mit den anderen Platinmetallen aus den im Königswasser unlöslichen Rückständen bei der Platingewinnung an. Durch eine Reihe komplizierter Verfahren erhält man ein lösliches Rutheniumsalz (siehe Fließschema). Nach der Zugabe von Ammoniumchlorid entsteht Ammonium-Hexachlororuthenat(III), woraus man durch Glühen im Wasserstoffstrom reines Ruthenium gewinnen kann. ![]() |
| Verwendung:
Ruthenium dient als Legierungsbestandteil in Platinmetallen zur Erhöhung der Härte. In Titanlegierungen verbessert die Zugabe von 0,1% Ruthenium die Korrosionsbeständigkeit um das Hundertfache. Ruthenium und Rutheniumdioxid werden auch als Katalysatoren in chemisch-technischen Verfahren und im Autokatalysator eingesetzt. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |