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Calcite aus Westeuropa
 
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LupeBild 1: Calcit aus Egremont, Breite 14cm
LupeBild 2: Calcit aus Egremont, Bildbreite 5cm
LupeBild 3: Calcitzwilling aus Egremont, Bildbreite 5cm


Aus den alten Hämatit-Lagerstätten im Lake District, West Cumbria kamen ab 1888 die ersten Calcitstufen ans Tageslicht. Die Kristalle waren von einmaliger Qualität und gelten bis heute als die weltbesten Calcite. Die Kristalle sind glasklar oder durch Hämatit rötlich gefärbt und besitzen teilweise das Regenbogenschillern der Diamanten. Berühmt geworden sind auch die Zwillinge von Cumberland. Bild 1 zeigt den Ausschnitt aus einer der schönsten bekannten Prachtstufen mit langgezogenen glasklaren Skalenoedern. Die Kristalle der Stufe auf Bild 2 besitzen durch Hämatit gefärbte, rote Spitzen. Der Butterfly-Zwilling auf Bild 3 ist erst nach längerem Hinsehen zu erkennen, da der rechte Teil des Zwillings nicht so ausgeprägt ist. Ein typischer, aber etwas angefressener Herz-Zwilling aus England ist auf Bild 4 zu sehen. Die historischen Calcitstufen aus St. Andreasberg im Harz sind bei Sammlern ebenfalls sehr begehrt. Erste bergbauliche Aktivitäten lassen sich in St. Andreasberg bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. 1910 wurde die letzte Grube stillgelegt. Die beiden abgebildeten Stufen (Bilder 5 und 6) zeigen typische prismatische Calcite, wobei die Kristalle ineinander verwachsen sind.


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LupeBild 4: Calcitzwilling aus Egremont, Bildbreite 6cm
LupeBild 5: Calcit aus St. Andreasberg, 12cm
LupeBild 6: Prismatischer Calcit, Bildbreite 8cm
 
 
Westeuropa besitzt viele Fundstellen, man findet sie zum Beispiel in den Kalkgebirgen. Die Calcitstufe auf Bild 7 stammt aus einer Höhle auf der Schwäbischen Alb in der Nähe von Ulm. Die Calcite sitzen als Drusen im Kalkstein und sind meist gelblich oder rötlich gefärbt. Kanonenspat aus Holzen im Sauerland ist heute eine Rarität (Bild 8). Dort ist das Sammeln wie an vielen anderen Orten heute leider verboten. In Rheinland Pfalz befindet sich der Steinbruch bei Rammelsbach, der ebenfalls viele Calcite zu Tage brachte. Typisch für diesen Fundort sind langgezogene Skalenoeder, die durch Hämatit rot gefärbt sind (Bild 9) oder kugelförmige Calcite.


LupeBild 7: Calcit aus Allmendingen, Breite 11cm
LupeBild 8: Kanonenspat aus Holzen, 3cm
LupeBild 9: Skalenoeder aus Rammelsbach, 10cm
 
 
Berühmt sind die Geoden, die im Steinbruch Juchem im Fischbachtal in Rheinland Pfalz gefunden werden. Die Amethyst-, Rauchquarz- oder Achat-Geoden enthalten oft Calcite, die der Geode einen besonders schönen Anblick verleihen (Bilder 10 und 11). Der Steinbruch ist eine begehrte Fundstellen für Sammler, die selbst suchen möchten (Bild 12). Gegen eine Gebühr kann man an bestimmten Tagen in den Steinbruch. Allerdings ist das Herausschlagen der Geoden eine knochenharte Arbeit und die besonders schönen Stücke sind selten. Auf dem Parkplatz davor treffen sich Sammler und Händler zum Tauschen von Mineralien.


LupeBild 10: Calcit auf Amethyst aus Juchem, 12cm
LupeBild 11: Calcit auf Rauchquarz aus Juchem, 8cm
Lupe Bild 12: Steinbruch Juchem im Jahr 1999


Die Schweizer Strahler warfen früher den Calcit immer weg, da sie nur Bergkristall suchten. Heute interessieren sich aber Sammler für die Calcite, die in den alpinen Klüften sehr oft mit dem Bergkristall vergesellschaftet sind. Die beiden Kombinationen auf Bild 13 und 14 wurden am Piz Beverin im Kanton Graubünden gefunden. Im Eisenbergwerk Gonzen im Kanton Sargans entdeckte man 1965 eine Kluft mit einer Ausdehnung von 16 × 9 × 4 Meter. Die Wände der Kristallhöhle waren mit riesigen Kristallen besetzt, von denen einige mehr als 80 Zentimeter Kantenlänge hatten (Bild 15). Die Kristalle kamen nur als Rhomboeder vor. Heute ist die Kluft komplett ausgebeutet.


LupeBild 13: Skalenoeder auf Bergkristall, 6cm
LupeBild 14: Gelber Quarz mit Calcit, Breite 14cm
LupeBild 15: Calcitkluft in Gonzen, Schweiz


Im Schweizer Jura wie am Liesberg kommen die für die Kalkgebirge typischen Calcite vor, selten auch als Schmetterlingszwillinge (Bild 16). Auch in den anderen westeuropäischen Länder gibt es zahlreiche Fundstellen: Aus Durlinsdorf im französischen Sundgau sind große Stufen mit gelben Kristallen bekannt. Die Stufe auf Bild 17 ist aus Skalenoedern aufgebaut, die an der Spitze durch Rhomboeder abgestumpft sind. Aus dem Villabona-Arlos-Bergbaurevier bei Solis im spanischen Asturien stammen gelbe Fluorite, auf denen oft weiße Calcitkristalle sitzen. Das Foto auf Bild 18 zeigt eine 15 Kilogramm schwere Stufe aus der Mina Moscona bei Solis.
 

LupeBild 16: Calcitzwilling vom Liesberg, 6cm
LupeBild 17: Calcit aus Durlinsdorf, 10cm
LupeBild 18: Calcit und gelber Fluorit aus Solis, 30cm


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