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Bakelit-Telefon Polytetrafluorethen, PTFE, Teflon
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Der US-amerikanische Chemiker Roy J. Plunkett (1910-1994) experimentierte im Jahr 1938 mit Gasen und wollte herausfinden, welche sich als Kältemittel in Kühlschränken eignen. Per Zufall machte er eine Entdeckung, als er eine stehengelassene Probe von Tetrafluorethen überprüfte. Das Gas war zu einem wachsartigen Stoff polymerisiert. 1945 brachte die Firma DuPont den Kunststoff unter dem Handelsnamen Teflon auf den Markt.

Teflon ist ein thermoplastisch-elastischer Kunststoff. Der Schmelzpunkt liegt bei 327°C, dann wird Teflon glasartig transparent. Beim Erwärmen tritt eine Volumenzunahme auf. Er ist gegen Chemikalien äußerst beständig und löst sich unter 300°C in keinem Lösungsmittel. Die maximale Dauergebrauchstemperatur liegt bei 260°C.
Teflon lässt sich aufgrund des hohen Erweichungspunktes nur schwer verarbeiten. Er fühlt sich schlüpfrig an und besitzt nur ein sehr geringes Adhäsionsvermögen. Daher eignet sich Teflon zum Beschichten von Pfannen und Laborgeräten. Zur Herstellung von Teflon wird Tetrafluorethen im Überdruck mit einem Peroxid als Initiator vermischt. Es entsteht ein polymeres Makromolekül mit symmetrischem Aufbau:



 Teflon  


Nach Angaben des Herstellers DuPont bestehen beim normalen Gebrauch einer Teflon-Pfanne keine Gefahren. Untersuchungen und Tests haben aber ergeben, dass im gewöhnlichen Hausgebrauch Teflon-Pfannen häufig überhitzt werden. Beim Aufheizen einer Pfanne ohne Öl kann diese so heiß werden, dass fluorhaltige Zersetzungsprodukte frei werden. Davon zeugen auch zahlreiche Berichte über Todesfälle bei Kleinpapageien, die den Dämpfen ausgesetzt waren. Diese Gefahr besteht zum Beispiel bei einer Raclette-Party. Papageien reagieren äußerst empfindlich auf die fluorhaltigen Verbindungen. Über 400°C zersetzt sich Teflon unter Bildung des äußerst toxischen Fluorphosgens COF2. Diese Verbindung kann beim Menschen zu einem Lungenödem oder zu grippeähnlichen Symptomen führen. Teflon-Pfannen sollte man nicht überhitzen und mit harten Gegenständen bearbeiten: Beim Bearbeiten mit Kratzern oder Scheuergeräten wird die Beschichtung beschädigt, so dass das toxische Produkt leichter entstehen kann. Die Entwicklung hochwertiger Antihaftbeschichtungen, die kratzfest und noch temperaturbeständiger sind, zum Beispiel in Verbindung mit Titan, trägt dazu bei, dass das Risiko beim Kochen möglichst klein gehalten wird.

Teflon-Beschichtungen eignen sich auch für einen Einsatz im Flugzeugbau oder für Raumanzüge. Lager und Dichtungen werden ebenfalls aus Teflon hergestellt. Das aus der Bekleidungsindustrie bekannte Goretex besteht aus dünnen Teflon-Folien, die zwischen dem äußeren Gewebe und dem Innenfutter eingenäht sind.


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