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Der Salzsäure-Springbrunnen
 
Geräte: 
Stativ, Brenner, Reagenzglas 30mm, Glasschale 
Rundkolben mit Stopfen und Glasrohr, sowie Stopfen mit Düse
Stoffe: 
Salzsäure konz.  R34  R37  S26  S45  E2 
Universalindikatorlösung  R11  S7  S16
 
Hinweise: 
 
Das Befüllen des Rundkolbens mit Salzsäuregas darf nur in einem Abzug vorgenommen werden. Dabei sind eine Schutzbrille und eventuell Schutzhandschuhe zu tragen! 
 
Vorbereitende Arbeiten: 
 
1.) Ein großes Reagenzglas (30mm) wird in ein Stativ gespannt und zu einem Drittel mit konzentrierter Salzsäure befüllt. Das Reagenzglas wird mit einem Stopfen versehen, in welchen ein etwa 15cm langes Glasrohr eingeführt ist (siehe Zeichnung). 

2.) Eine Glasschale wird bis 1cm unterhalb des Randes mit Wasser und Universalindikatorlösung gefüllt. Daneben legt man einen sorgfältig getrockneten Rundkolben und einen passenden Stopfen mit einer nach innen zeigenden Glasdüse. Die Spitze der Glasdüse darf nicht zu eng bemessen sein, damit der Effekt auch wirklich gelingt.

Durchführung des Versuchs: 

3.) Die Salzsäure wird im Reagenzglas solange erhitzt, bis sich Salzsäuredämpfe an den Wänden des Rundkolbens niederschlagen und aus der Öffnung des Kolbens hervorquellen. 
 
4.) Der Kolben sollte dann sofort mit dem Stopfen und der Glasdüse verschlossen werden. Dabei wird die Glasdüse mit dem Daumen zugehalten. 
 
5.) Der Kolben mit der Glasdüse wird in das Wasser der Glasschale gehalten. Der Daumen darf erst unter Wasser entfernt werden.

 
Beobachtung: 
 
Zuerst steigt das Wasser langsam in die Glasdüse hinein. 
 
Sobald aber der erste Tropfen Wasser in den Kolben gelangt, strömt das Wasser in einem kräftigen Strahl ('Springbrunnen') in den Kolben, während sich die Universalindikatorlösung rot verfärbt. 
 
Wenn der Versuch gut gelingt, füllt sich der Kolben fast vollständig mit dem rot gefärbten Wasser. Der Effekt lässt sich beschleunigen, in dem man den Kolben möglichst weit unter Wasser drückt.
 
Theorie:
 
Salzsäuregas löst sich sehr gerne in Wasser: Ein Liter Wasser kann 525 Liter Salzsäuregas lösen! Der erste Wassertropfen, der in den Rundkolben gelangt, löst praktisch den gesamten Volumeninhalt des Rundkolbens an Salzsäuregas schlagartig, so dass ein Vakuum entsteht. Dieses "saugt" dann den Rest des Wassers in den Rundkolben.
 
Beim Lösen von Salzsäuregas in Wasser entstehen H3O+-Ionen, welche die saure Wirkung der Lösung erzeugen. Der Chlorwasserstoff gibt ein Proton an das Wassermolekül ab, wobei die H3O+-Ionen entstehen:
 
 
 
Der Versuch beweist, dass die Säurewirkung, bzw. die Rotfärbung des Indikators erst erfolgt, wenn reine Säuren mit Wasser in Berührung kommen.