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Der Ammoniak-Springbrunnen
 
Geräte: 
Stativ, Brenner, Reagenzglas 30mm, Glasschale 
Rundkolben mit Stopfen und Glasrohr, sowie Stopfen mit Düse
Stoffe: 
Ammoniaklösung 10%.  R34  S26  E2 
Phenolphthaleinlösung   R10
 
Hinweise: 
 
Das Befüllen des Rundkolbens mit Ammoniakgas sollte in einem Abzug vorgenommen werden. Dabei ist eine Schutzbrille zu tragen! 
 
Vorbereitende Arbeiten: 
 
1.) Ein großes Reagenzglas (30mm) wird in ein Stativ gespannt und zu einem Drittel mit Ammoniaklösung (10%) befüllt. Das Reagenzglas wird mit einem Stopfen versehen, in welchen ein etwa 15cm langes Glasrohr eingeführt ist (siehe Zeichnung). 

2.) Eine Glasschale wird bis 1cm unterhalb des Randes mit Wasser und ein paar Tropfen Phenolphthaleinlösung gefüllt. Daneben legt man einen sorgfältig getrockneten Rundkolben und einen passenden Stopfen mit einer nach innen zeigenden Glasdüse. Die Spitze der Glasdüse darf nicht zu eng bemessen sein, damit der Effekt auch wirklich gelingt.

Durchführung des Versuchs: 

3.) Die Ammoniaklösung wird im Reagenzglas solange erhitzt, bis sich Ammoniakdämpfe an den Wänden des Rundkolbens niederschlagen und aus der Öffnung des Kolbens hervorquellen. 
 
4.) Der Kolben sollte dann sofort mit dem Stopfen und der Glasdüse verschlossen werden. Dabei wird die Glasdüse mit dem Daumen zugehalten. 
 
5.) Der Kolben mit der Glasdüse wird in das Wasser der Glasschale gehalten. Der Daumen darf erst unter Wasser entfernt werden.

 
Beobachtung: 
 
Zuerst steigt das Wasser langsam in die Glasdüse hinein. 
 
Sobald aber der erste Tropfen Wasser in den Kolben gelangt, strömt das Wasser in einem kräftigen Strahl ('Springbrunnen') in den Kolben, während sich die Phenolphthaleinlösung pink verfärbt. 
 
Wenn der Versuch gut gelingt, füllt sich der Kolben fast vollständig mit dem pink gefärbten Wasser. Der Effekt lässt sich beschleunigen, in dem man den Kolben möglichst weit unter Wasser drückt.
 
 
Theorie:
 
Ammoniakgas löst sich sehr gerne in Wasser: Ein Liter Wasser kann 1142 Liter Ammoniakgas lösen! Damit löst es sich noch wesentlich besser als Salzsäuregas. Der erste Wassertropfen, der in den Rundkolben gelangt, löst praktisch den gesamten Volumeninhalt des Rundkolbens an Ammoniakgas schlagartig, so dass ein Vakuum entsteht. Dieses "saugt" dann den Rest des Wassers in den Rundkolben.
 
Das Ammoniakmolekül holt sich ein positiv geladenes Proton aus dem Wassermolekül, dabei entstehen OH- - Ionen:
 
 
 
 
Der Versuch beweist, dass die Laugenwirkung, bzw. die Pinkfärbung des Indikators (Phenolphthalein) erst erfolgt, wenn reine Laugen mit Wasser in Berührung kommen.