Besonders die Vorbereitungsstunden sollten
sorgfältig geplant werden, sie machen zeitlich einen wesentlichen
Anteil an der gesamten Einheit aus. Ein Zeitplan könnte folgendermaßen
aussehen
1. Teil: Einführung
1. + 2. Stunde: Einführungsstunden
zur Hinführung auf die Problematik
3. Stunde: Vorgaben
und Erwartungen der Lehrer, Organisation der Einheit
4. Stunde: Wie
halte ich einen interessanten Vortrag? (evt. im Fach Deutsch)
5. Stunde: Festlegung
der Gruppen und der Themen
6. Stunde: Materialsuche
und -sichtung
7. Stunde: Entwürfe
zur Erstellung eines Plakats oder einer Modells
8. + 9. Stunde: Anfertigung
eines Plakats oder eines Modells
10. Stunde: Entwurf
der Einstiegsphase im Vortrag
11. + 12. Stunde: Entwurf
des Vortrags (Reinfassung zu Hause!)
13. Stunde: Überarbeitung
und Probe
2. Teil: Präsentation
ab 14. Stunde: Vorträge
der einzelnen Gruppen
3. Teil: Rückbesinnung,
Ausstellungen, usw.
mind. 1 Stunde: Sprechen
über die Ergebnisse
In die Vorträge können auch Experimente
mit einbezogen werden. Manchmal ist es sinnvoll, wenn nur eine bestimmte,
sinnvolle Auswahl der Gruppen ihren Vortrag vor der Klasse halten, die
anderen legen dann ihr schriftliches Referat vor und präsentieren
die Plakate oder Modelle. Wichtig ist jedoch, dass den Schülern der
Zeitplan bekannt ist oder dass sie einen eigenen Zeitplan über ihre
Vorhaben aufstellen und vorlegen. Auf jeden Fall sollten die Schüler
genügend Unterrichtsstunden für die Vorbereitung erhalten. Was
die Gruppen nicht innerhalb des vorliegenden Zeitplanes innerhalb der Unterrichtsstunden
erreichen, müssen sie zu Hause erarbeiten.
Wie die Schüler ihr Ziel erreichen
ist zweitrangig, dass sie das Ziel erreichen - oder zu erreichen versuchen
- ist wesentlich. Aus meiner Erfahrung gibt es immer wieder Gruppen, die
in den Vorbereitungsstunden scheinbar wenig Ergebnisse vorzeigen können
und plötzlich (vielleicht nach den Weihnachts- oder Osterferien) eine
phantastische Arbeit vorlegen. Diese Art des Weges wird vielleicht von
vielen Lehrern abgelehnt, ist aber nach meiner Meinung wünschenswert.
Wir müssen uns von der unsinnigen Vorstellung freimachen, dass jede
Unterrichtsstunde unbedingt ein Ergebnis für alle vorweisen muss.
Lernprozesse sind im wesentlichen diskontinuierlich. Leider offenbart der
Frontalunterricht die Diskontinuität nicht, weil es sich während
seines Ablaufes wunderbar ausschlafen lässt, ohne dass die Lehrer
es merken. Es gibt Schüler, die den Frontalunterricht lieber mögen,
als die hier vorgestellte Unterrichtsform, weil der Betrug in diesem Fall
offenkundig wird. Hier ist nicht nur ein Umdenken bei den Lehrern notwendig,
sondern auch bei den Schülern.
Beurteilung der Ergebnisse
Ein Vergleichsmaßstab zu finden, ist äußerst schwierig, da die Ergebnisse erfahrungsgemäß völlig unterschiedlich ausfallen. Spätestens hier zeigt sich der Vorteil des Anbietens mehrerer Alternativen (Plakat, Modell, Experiment, schriftliches Referat, Vortrag). Weniger redegewandte Schüler werden vielleicht ein ausgezeichnetes, schriftlich verfasstes Referat abliefern, handwerklich begabte Schüler bauen ein perfektes Funktionsmodell, künstlerisch orientierte Schüler zeichnen ein graphisch anspruchsvolles Plakat und nur ganz selten erreicht eine Gruppe in allen Bereichen Perfektion.
Die Schule und die Gesellschaft muss anerkennen,
dass das Wesen des Menschen individuell und einzigartig ist. In einer Klasse
sind niemals dreißig gleiche Schüler mit dem gleichen Entwicklungsstand,
mit den gleichen Fähigkeiten und mit der gleichen Lerntechnik oder
-geschwindigkeit. Die Schule sollte jedoch eine Vielfalt an Möglichkeiten
für Schüler unterschiedlichster Art zugänglich machen, damit
alle die gleiche Chance erhalten, ihre eigenen, individuellen Möglichkeiten
zur Entfaltung zu bringen und zu nutzen. Insofern kann dieses kurz angerissene
Unterrichtsmodell nur eine Alternative unter vielen anderen Möglichkeiten
darstellen.
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