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| Eigenschaften:
Das zinnweiß glänzende graue Antimon ist die metallische Modifikation des Elements. Es lässt sich aufgrund der geringen Härte und seiner Sprödigkeit leicht pulverisieren. Das Metall ist kein besonders guter Leiter für Wärme und Strom. Unterhalb von -270,45°C wird es supraleitend. Wie bei Wasser, Bismut, Gallium und Germanium tritt beim Erstarren von der flüssigen zur festen Zustandform eine Ausdehnung auf. Schwarzes, amorphes Antimon erhält man, wenn man Antimondämpfe an kalten Flächen abschreckt. Diese Modifikation ist sehr reaktionsfähig. Beim erneuten Erhitzen erhält man wieder die graue Modifikation. Auf elektrolytischem Weg ist glasartiges, amorphes Antimon zugänglich. Diese Modifikation ist sehr instabil und explodiert bereits durch Ritzen oder durch schnelles Erhitzen. Unter Aufglühen entsteht auch hier wieder graues Antimon. Graues Antimon ist an
der Luft und im Wasser beständig. Beim Erhitzen verbrennt es mit weißlich-blauer
Flamme zu Antimon(III)-oxid:
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| Vorkommen:
Mit einem Massenanteil von 6,5 x 10-5% steht Antimon an 61. Stelle der Elementhäufigkeit in der Erdhülle. Es steht über dem Quecksilber und ist auch häufiger als Silber oder Gold. In der Natur kommt es im gediegenen Zustand vor. Viel häufiger treten jedoch Antimonminerale auf, von denen mehr als 100 bekannt sind. Das wichtigste Antimonerz ist der Antimonit (Grauspießglanz; Antimonsulfid, Sb2S3). Weitere Antimon-Mineralien sind der Tetraedrit und der Pyrargyrit. Die größten abbaufähigen Hauptvorkommen liegen vor allem in China, aber auch in Südafrika, Bolivien, GUS-Statten, Mexiko, Türkei, auf dem Balkan und in Österreich kommen Antimonerze vor. |
| Geschichtliches:
Antimon gehört zu den zehn Elementen, die bereits im Altertum bekannt waren. Allerdings wurde es oft mit Blei verwechselt. Erst die Alchimisten konnten Antimon von Blei unterscheiden. Schon in der Antike wurden Antimonpräparate medizinisch verwendet. Pulverisiertes Antimonsulfid diente aufgrund seiner bakterientötenden Wirkung zur Herstellung von Augencremes und zur Behandlung von Wunden und Geschwüren. Im alten Ägypten wurde es auch zur Herstellung von schwarzer Augenschminke verwendet. Im 16. Jahrhundert führte Paracelsus die innere Anwendung von den Antimonverbindungen ein. In stark verdünnter Form sollten sie abführend, schweißtreibend oder als Brechmittel wirken. Diese Anwendung war bei den Ärzten aufgrund der Giftigkeit der Verbindungen jedoch umstritten. Bei den Alchemisten kam dem Antimon eine besondere Bedeutung zu. Sie nahmen eine Verwandtschaft zum Blei an und verwendeten es zur Scheidung von Gold und Silber. Bei der Zugabe von Antimonsulfid zu einer Gold-Silberlegierung scheidet sich am Boden eine Gold-Antimon-Legierung ab. Beim Erhitzen dieser Legierung verbrennt das Antimon zu Antimonoxid, so dass reines Gold zurückbleibt. Daher besaß das Antimon in der Alchemie auch Bezeichnungen wie lupus metallorum (Wolf der Metalle), balneum regis (Königsbad) oder ludex ultimus (letzter Richter). Der Name des lateinischen Wortes Stibium für Antimon leitet sich von altägyptischen Wörtern für schwarze Schminke ab. Der Name Antimon geht auf eine frühere Bezeichnung des Minerals Antimonit zurück. Das chemische Symbol Sb (lat. stibnium) schlug J.J. Berzelius im Jahre 1814 vor. |
| Herstellung:
Der Antimonit wird zunächst auf ca. 550°C erhitzt, so dass das niedrig schmelzende Antimonsulfid in reiner Form herausfließt. Dieses bis zu 98% reine Antimonsulfid kommt als Antimonium crudum in den Handel. Zur Metallgewinnung sind drei Verfahren von Bedeutung: 1.) Röstreduktionsverfahren: Durch das Rösten mit Sauerstoff entsteht Antimonoxid, das mit Koks oder Holzkohle reduziert wird. Sb2S3 + 5 O2 -----> Sb2O4 + 3 SO2 DHR = -2870kJ Sb2O4 + 4 C -----> 2 Sb + 4 CO 2.) Röstreaktionsverfahren: Das Antimonsulfid wird nur teilweise geröstet und das gebildete Antimonoxid mit übrig bleibendem Antimonsulfid reduziert: Sb2S3 + 5 O2 -----> Sb2O4 + 3 O2 3 Sb2O4 + 2 Sb2S3 -----> 10 Sb + 6 SO2 3.) Niederschlagsverfahren: Durch eine Redoxreaktion mit Eisen in einem Tiegel erhält man ebenfalls metallisches Antimon: Sb2S3 + 3 Fe -----> 2 Sb + 3 FeS Die Reinigung des Antimons erfolgt durch die Zugabe von Soda und durch nachfolgendes Schmelzen in einem Ofen. Sehr reines Antimon erhält man durch elektrolytische Raffination oder durch die Reduktion von Antimon(III)-chlorid mit Wasserstoff. |
| Verwendung:
Aufgrund seiner Sprödigkeit besitzt das Element nur eine geringe technische Bedeutung. Es lässt sich weder walzen noch ziehen oder prägen. Antimon dient hauptsächlich als Legierungsbestandteil zur Härtung anderer weicher Metalle wie Blei, Kupfer, Zinn oder Zink. Früher bestanden die Drucklettern für den Zeitungsdruck aus einer Antimon-Blei-Legierung. Heute enthält der Bleischrot für Flinten noch Antimon und Arsen als Legierungsbestandteil. Sehr reines Antimon wird auch in Halbleitern verwendet. Antimonverbindungen wie Antimonweiß (Sb2O3) werden als Pigmente eingesetzt. In der Medizin verabreicht man organische Antimonpräparate zur Chemotherapie bei tropischen Erkrankungen durch Einzeller, z.B. bei der Schlafkrankheit. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |