| Nachtigall
Es singt des Nachts die Nachtigall
ein Lied der Liebe, überall,
im Sommer bis zur Herbsteszeit,
dann wird aus Liebe herbes Leid.
Gen Süden fliegt der Vogelschwarm,
dort ist die Welt im Winter warm;
doch mancher Sänger, der da schwebt,
den Vogelzug nicht überlebt.
Der Rastplatz wird zum Jagdrevier,
in Netzen fängt man Tier um Tier,
man köpft sie alle, frank und frei,
die Nachtigall ist stets dabei.
Dann feiert man ein großes Fest
bei dem sich keiner lumpen lässt,
ein Dutzend Vögel oder mehr,
so lautet der Pro-Kopf-Verzehr.
Ob Heide, Jude, Moslem, Christ,
es stirbt, wer keine Nahrung isst,
ob arm, ob reich, ob groß, ob klein;
doch müssen's Nachtigallen sein?
(Gert O.E. Sattler) |