| Wasserflohgedicht
Nummer vier Der Wasserfloh im Damenklo verendete incognito mit einem leisen Fluchen: Verdammte Kacke auf die Backe! Was hab ich hier zu suchen? Ein Wasserfloh lebt doch im See und im reinen Fluss. Da spült er sich den großen Zeh und schwelgt im Überfluss. Im Uferschilf ist er daheim und in der Tümpelpfütze, da labert er sich am Karpfenschleim und schlabbert Entengrütze. Seit ihn die Wissenschaft entdeckt und ihn der Wasserwirt bezweckt, hat er sich flugs im Klo versteckt und hält sich dort gepflegt bedeckt. Was sucht der Floh auf dem Abort? Was treibt ihn in die Irre? Was zieht ihn aus der Pfütze fort und macht ihn völlig kirre? Ist es die Lust am Untergang? Erliegt er fremden Düften? Warum verlässt er seinen Tang um sich im Rohr zu lüften? |
Der Fragen werden viel gestellt. Muss es der Forscher richten? Oder löst man diese Krux womöglich in Gedichten? Zu selten hat's die Poesie der Wissenschaft bewiesen. Denn oft hat sich das Profgenie als wasserdicht erwiesen. Doch nun hat unser Wasserfloh die Karten neu gemischt. Hat uns und aller Wasserwelt ein Rätsel aufgetischt. Die Gründe werden nie enthüllt. Die Menschheit wirds nicht fassen. So oft sie auch Papier zerknüllt um es abzulassen. Nur eins ist klar wie nie zuvor: Das hämische Gekicher stammt vom Wasserfloh im Rohr. Da ist der Dichter sicher. (Werner Rohrmoser) |