Wasserflohgedicht  
Nummer zwei 

Ein Wasserfloh 
im Paletot 
verirrt sich 
außerst selten, 

gewöhnlich liebt 
das kleine Tier 
ganz klare 
Wasserwelten. 

Da schmust es mit 
dem Borstenwurm, 
da jagt es 
Flagellaten, 

treibt sich mit 
Rädertierchen rum, 
anstatt durchs 
Watt zu waten. 

Turnt albern durch 
das Nass dahin 
und ärgert 
Wasserwanzen 
 
 

 
 
 
 
und dennoch 
hat es seinen Sinn 
als kleiner Teil 
vom Ganzen. 

Das Ganze, 
das sind Du und Ich, 
das Tier und auch 
die Pflanze, 

die Elemente 
und das Licht 
und Wasser, 
Krug und Kranze. 

Als Mensch muss man 
das nicht verstehen, 
doch sollte man 
es schonen; 

denn eines wird 
bestimmt nicht gehen: 
So eine Welt 
zu klonen. 
 
(Werner Rohrmoser)