Mail an die Autorin
 
 
Der Wald 

Der Wald, 
der einsame Wald, 
finster und schaurig, 
vergessene Wut, 
für immer geballt. 

Das Mädchen, 
das kleine Mädchen, 
verzaubert und schön, 
steht mitten im Wald, 
ihre Augenso kalt. 

Der Mond, 
der leuchtende Mond, 
geht leise auf, 
Mädchen lauf! 

Die Äste, 
die langen Äste, 
bewegen sich schnell, 
umschlingen das Mädchen, 
welches ohne Fell. 

Die Angst, 
die fortwährende Angst, 
kann nicht leben, 
ohne das Mädchen eben. 

Die Flüsse, 
die endlosen Flüsse, 
tragen das Mädchen fort, 
an einen anderen Ort. 

Der Wald, 
der einsame Wald, 
finster und schaurig, 
vergessen die Wut, 
mit sehr viel Mut. 

Das Mädchen, 
das kleine Mädchen, 
verzaubert und schön, 
verschwunden im Wald, 
ihre Augen so kalt. 

Der Mond, 
der leuchtende Mond, 
geht leise unter, 
wartet auf ein Wunder. 
  
  
(Tanja Marzolleck, *20.04.1987)