| DU LIEBST SO SELTSAM
du liebst so seltsam
dein herz übt widerstand
du nimmst mich in rätsel-haft
mein kopf gegen deine wand
du bist nicht zu fassen
umarmst mich in abwesenheit
reichst mir kleine finger
sorgst dass die distanz noch bleibt
du sammelst meine träume
und verhütest deine seele
lässt mich nicht zu dir
machst dass ich dich verfehle
gibst dich nicht preis
bleibst standhaft im ausweichen
wann immer du mir antwortest
dann stets mit fragezeichen
du liebst so seltsam
verordnest dir verstand
überlächelst meine zweifel
treibst mich zum wahnsinnsrand
verhätschelst mich mit phrasen
niemals schluss mit lustig
dass du es nie ernst meinst
im grunde wohl das wusst ich
doch mit jedem mal
verführst du mich zum hoffen
doch mit jedem mal
bleibt das ende offen
du lockst mit illusionen
und failschst mit zuversicht
die einzige gewissheit ist
gewissheit gibst du nicht |
SO NAH SO FERN
es gibt nichts mehr zu fühlen
unsre herzen sind so träge
keine leidenschaft zu kühlen
keine haut die sanft verbrennt
verlangen weicht gewohnheit
verbrauchte emotionen
verkatert mit der zeit
der rausch vom happy-end
da ist nichts mehr zu erobern
und nichts mehr zu erkämpfen
nur flammen die verlodern
und kein hunger mehr zu stillen
die sicherheit macht müde
die sehnsucht einfach pause
die phantasie wird prüde
schwärzt rosarote brillen
der alltag ist alltäglich
und nicht mehr heiß ersehnt
der restwert ist so kläglich
den diese liebe hat
wir sind hingekommen
wo alle wege enden
der himmel ist erklommen
wir stürzen beide ab
wir reagieren hilflos
entschuldigen mit gründen
und treiben weiter ziellos
als ob wir machtlos wär'n
so groß ist die gefahr
die wir uns weglügen
noch nie war'n wir so nah
uns so furchtbar fern |