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  Ethylacetat   CH3COOC2H5 
Ethylacetat 
     
 
Klare, farblose  
Flüssigkeit
Molmasse  88,106 g/mol   

AGW  200 ml/m3 (TRGS 900) 
Dichte  0,9003 g/cm3   
Schmelzpunkt  -83,8 °C   
Siedepunkt  +77,11 °C   
Wasserlöslk. Konz. bei 20 °C 86 g/l

Brechungsindex (20°C)  1,3723
Explosionsgrz.  2 - 12,8 Vol.-% (Luft) 
Flammpunkt  -4 °C 
Zündpunkt  +470 °C
Piktogramme 
GHS 02 
GHS 07 
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie 
Entzündbare Flüssigkeiten 2  
Schwere Augenschädig./-reizung 2 
Spezifische Zielorg.-Tox. (e. ZNS) 3
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)     
H 225, 319, 336, EUH 066  P 210, 240, 261, 
280.1-3, 305+351+338, 403+233   
Entsorgung   G 1 
Etikett drucken Dt. Bezeichnung 
Synonyme (deutsch)
Engl. Bezeichnung 
Synonyme (engl.)
CAS  141-78-6 Ethylacetat 
Ethylethanoat
Essigsäureethylester 
Ethyl acetate 
Ethylethanoate 
Acetic Ester
   
Bemerkung für Schulen: Ethylacetat ist eine leicht entzündbare Flüssigkeit. Die Dämpfe sind durch offene Flammen leicht entzündbar, es können sich auch explosionsfähige Gemische mit Luft bilden. Das Arbeiten erfolgt mit Schutzbrille und Schutzhandschuhen aus Butylkautschuk. In der Schule bieten auch Handschuhe aus Nitrilkautschuk oder Neopren einen kurzzeitigen Schutz. Auf eine gute Raumlüftung ist zu achten oder es wird in einem geeigneten und ständig laufenden Abzug gearbeitet.


Eigenschaften
 
  
Essigsäureethylester oder Ethylacetat löst sich etwa in der elffachen Menge Wasser. Sehr gut löslich ist der Ester in Ethylalkohol, Diethylether, Aceton und Benzol. Die Dämpfe der nach "Nagellackentferner" oder "Uhu" riechenden Flüssigkeit reizen Atemwege und Augen. In höherer Konzentration wirken die Dämpfe narkotisierend. Essigsäureethylester ist in Wasser schwach löslich, wo er unter Licht- und Lufteinwirkung langsam zu Ethanol und Essigsäure zerfällt und allmählich sauer reagiert. Der Ester ist auch ein gutes Lösungsmittel für Öle, Fette, Lacke und Kunstharze.   
    

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Estersynthese: Der gebildete Ester schwimmt auf dem Wasser.
   
 
Herstellung 
    
In der chemischen Inustrie gewinnt man den Ester aus Acetaldehyd nach dem Tischtschenko-Verfahren.  Im Labor erfolgt die Synthese aus Ethylalkohol und Essigsäure bei Gegenwart von Schwefelsäure als Katalysator und Wärme in einer Gleichgewichtsreaktion. Die hier summarisch dargestellte Esterreaktion ist ein komplizierter Reaktionsmechanismus, der durch Protonen aus der Schwefelsäure eingeleitet wird und in einzelnen Schritten abläuft. Durch verschiedene Umbauten innerhalb der sich addierenden Moleküle wird am Ende Wasser abgespalten und der Katalysator wieder zurückgebildet.
   
 
Verwendung 
 
Ethylacetat dient zur Herstellung von künstlichen Aromastoffen in Likören, Bonbons und Limonaden. Es ist ein wichtiges Lösungsmittel bei der Herstellung von Lacken, Kunstharzen, Cellophan, Celluloid, Klebstoffen, Nagellackentfernern, Kunstleder, Kunstseide, Nitrocellulose oder Explosivstoffen.  
   
 
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